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Stoppelfeldrennen in Dissen auf der Zielgeraden

Von Rolf Habben

Rennklar muss er noch gemacht werden, der mit 165 PS getunte ehemalige VW Polo Bolide des Präsidenten Ulrich Meyer zu Drewer. Foto: Rolf HabbenRennklar muss er noch gemacht werden, der mit 165 PS getunte ehemalige VW Polo Bolide des Präsidenten Ulrich Meyer zu Drewer. Foto: Rolf Habben

Dissen. Rund 152 Fahrer in den verschiedenen Klassen gehen am Samstag und Sonntag, 27. und 28. August, zum traditionellen Stoppelfeldrennen in Dissen an den Start.

Bevor jedoch das frisch gemähte Feld zwischen Niemannsweg, Südring und der Dahauser Straße befahren werden kann, bedarf es monatelanger Vorbereitung. Dabei wird nicht nur in den Werkstätten und Garagen geschraubt und gebastelt, um die teils abenteuerlich anmutenden Karossen renntauglich zu machen. Auch die verantwortlichen Veranstalter und unzählige ehrenamtliche Helfershelfer des Spektakels haben eine ganze Menge „um die Ohren“ um einen reibungslosen Ablauf auf die Beine beziehungsweise Räder stellen zu können, wie der Präsident des Veranstalters „Verein Gruppe 6“, Ulrich Meyer zu Drewer, betont.

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Späterer Termin

Bereits seit 36 Jahren findet das Rennsportereignis am Fuße des Teutoburger Waldes statt. Er habe als 14-Jähriger zum ersten Mal teilgenommen, erzählt Meyer zu Drewer nicht ohne Stolz. Von der traditionellen Zeitplanung, jeweils das zweite Wochenende im August, habe man in diesem Jahr abweichen müssen. Die Gründe dafür lägen zum einen in der Fruchtfolge des Ackers als Rapsfeld, das nicht so frühzeitig erntereif sei und zum anderen wegen der Konkurrenzveranstaltungen des Borgloher Bergrennens und des Heimatfestes im benachbarten Bad Rothenfelde, erläutert Ulrich Meyer zu Drewer.

Eine weitere Einschränkung des Rennspektakels ist der Wegfall der Disco-Abendveranstaltung. „Das können wir finanziell aus den Erlösen des Verzehrs nicht weiter stemmen“, so der Präsident. „Allein die Kosten für Technik und Aufbauten bewegen sich in einer Größenordnung um die fünftausend Euro“.

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Disco fiel Auflagen zum Opfer

Darüber hinaus habe das Land Niedersachsen für Großveranstaltungen wie das Stoppelfeldrennen mit vielerlei Auflagen hohe Hürden aufgestellt, wie beispielsweise die komplette Einzäunung des Geländes, die die Abendveranstaltung aus Sicht der Rennleitung unattraktiv mache. Dafür gebe es aber einen zünftigen Dämmerschoppen. Nicht zu vergessen sei auch ein großes Kinderprogramm, und in den Rennpausen rast „Bauer Bernd mit dem fliegenden Teppich“ über die Rennstrecke.

Letztlich seien unabdingbare Auflagen vom Ordnungsamt der Stadt Dissen, der Polizei und der Feuerwehr einzuhalten. Er sei deshalb froh, auf eine Vielzahl von engagierten Helfern zurückgreifen zu können, um den angemessenen Standard und reibungslosen Ablauf einer solchen Veranstaltung mit etlichen Tausend Besuchern an zwei Renntagen zu gewährleisten. Rund 200 ehrenamtliche Helfer leisteten über 2000 Stunden uneigennützig ab.

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Alles für die Sicherheit

Ein engerer Stab rund um die Organisation des Spektakels mit über 30 Mitarbeitern sei vonnöten; das reiche von der Geländeplanung, Rennleitung und Jugendwart über die Strom- und Wasserversorgung, Catering und Werbung bis hin zu technischer Abnahme, Streckenposten sowie Bahn- und Abschleppdienst. Sicherheit werde in der Vorbereitung dabei ganz großgeschrieben.

Auch deshalb seien diverse Haftpflichtversicherungen abzuschließen, für den Veranstalter ebenso wie für die Fahrzeuge, für die Rennhelfer, für die Restaurationsstände und nicht zuletzt für die Besucher. „Passiert ist zum Glück in all den Jahren noch nie etwas“, ist Meyer zu Drewer sichtlich froh.

Erlös aus Getränkeverkauf

Wie der Verein denn das alles finanziere, fragt sich der Besucher, der nicht nur einen kostenfreien Parklatz benutzen darf, sondern obendrein auch noch freien Zugang erhält? „Die gesamten Kosten decken wir allein mit den Erlösen aus dem Getränkeverkauf“, so der Veranstalter. Ärgerlich sei dann natürlich, dass einige Besucher ihre Getränke auch noch mitbrächten. „Überschüsse aus der Veranstaltung kommen alljährlich den Jugendeinrichtungen der Schützenvereine und Kirchen und den wie Kindergärten in Dissen zugute.“

Auch das Rätsel mit dem ungewöhnlichen Namen des Veranstalters „Gruppe 6“ klärt Präsident Meyer zu Drewer schmunzelnd gerne auf, „das hat sich rein zufällig ergeben“. Bei einem Zoobesuch in Osnabrück habe man sich einem geführten Rundgang von Holländern, eingeteilt in fünf Gruppen, einfach als Gruppe 6 angeschlossen.