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„Uns bleibt keine andere Wahl als Streik“ Mitarbeiter der Dissener Firma Schlingmann fordern einen Haustarifvertrag

Von Achim Köpp

Fast die ganze Schlingmann-Belegschaft beteiligte sich an dem dreistündigen Warnstreik. Foto: privatFast die ganze Schlingmann-Belegschaft beteiligte sich an dem dreistündigen Warnstreik. Foto: privat

Dissen. 56 gewerkschaftlich organisierte Mitarbeiter des Feuerwehrfahrzeug-Herstellers Schlingmann aus Dissen – darunter auch Angestellte – sind am Mittwoch dem Aufruf der IG Metall nachgekommen und haben für drei Stunden die Arbeit niedergelegt. Das habe zu eingeschränkter Produktion geführt, denn nur noch die Meister seien im Betrieb geblieben, sagten die Streikenden.

Ausgestattet mit roten IG-Metall-Fahnen und -Mützen sowie einem großen Transparent mit der Aufschrift „Tarifvertrag = Sicherheit“ zogen die Schlingmann-Mitarbeiter nach einer Kundgebung eine halbe Stunde durch die Dissener Innenstadt. „Wir wollen damit erreichen“, sagte dazu der 2. Bevollmächtigte der IG Metall Osnabrück, Peter Spiekermann, „dass auch die Bevölkerung von unseren Forderungen erfährt.“

Bereits am 23. Februar war eine ähnlich große Anzahl Mitarbeiter in einen einstündigen Streik getreten, um der Forderung nach einem Haustarifvertrag Nachdruck zu verleihen. Zu einem Gespräch sei es allerdings nicht gekommen. „Wir fordern endlich Einsicht von der Geschäftsleitung des Unternehmens und Gespräche mit ihr über unsere Forderungen“, äußerte sich Spiekermann.

Streik sei nicht Stil der Beschäftigten, denn man wolle auch weiterhin Feuerwehrfahrzeuge bauen und damit dafür sorgen, dass die Arbeitsplätze erhalten blieben. „Es bleibt uns jedoch keine andere Wahl, als jetzt den Streik auszudehnen“, bedauerte er und fügte an: „Doch gebe ich die Hoffnung auf Tarifgespräche mit der Geschäftsleitung nach dem heutigen Tag nicht auf, denn wir müssen danach alle wieder zusammenarbeiten!“ Falls es jedoch nicht zur Einigung komme, müsse an einen unbefristeten Streik gedacht werden.

Auch Betriebsratsvorsitzender Thomas Spreckelmeyer war der Meinung, ohne Streik sei bei der bestehenden Situation im Unternehmen Schlingmann kein Tarif durchzusetzen.

„Es geht uns auch nicht um nicht gezahlte Summen aus vorherigen Zusagen“, sagte er, „es geht uns um das Prinzip, denn seit 1992 ist der Tarif außer Kraft.“

Außerdem bestehe innerhalb der Belegschaft vermehrt Unsicherheit in Bezug auf die Arbeitsplätze im Unternehmen, fügte er an. Hintergrund sind die vor einigen Wochen bekannt gewordenen illegalen Absprachen unter vier Feuerwehrfahrzeug-Herstellern und die Strafzahlungen.

Spreckelmeyer: „Ich kann nur an unseren Chef appellieren, mit uns und der Gewerkschaft in Gespräche einzutreten, denn wir benötigen Tarife zur Absicherung.“

Das Unternehmen war auch auf Anfrage unserer Zeitung zu keiner Stellungnahme bereit.


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