Ein Herz für Geflügel Dissener Fritz Lindert erhält Bundesverdienstkreuz

Von Danica Pieper


Dissen. Seit 60 Jahren züchtet Fritz Lindert aus Dissen Rassegeflügel. Für sein umfangreiches Engagement in diversen Vereinen sowie seinen Einsatz für vom Aussterben bedrohter Geflügelarten erhielt er im Dissener Rathaus jetzt das Bundesverdienstkreuz.

Wenn er normalerweise zu Sitzungen einlade, seien die Themen eher unangenehm, erklärte Dissens Bürgermeister Hartmut Nümann im Rathaus. Diesmal sei der Anlass jedoch ausgesprochen schön, denn Fritz Lindert erhielt den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland. „Das kommt auch nicht oft vor, dass ein Bürger der Stadt Dissen diesen besonderen Orden bekommt“, meinte Nümann.

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Mit Zwerghahn angefangen

Als Zehnjähriger entdeckte Lindert die Rassegeflügelzucht für sich: Nicht durch seine Eltern, wie er berichtet, sondern einfach durch sein „Interesse für gefiederte Kreaturen“. Seine Zucht begann Lindert mit einem Zwerghahn. Besonders haben es ihm jedoch die schlesischen Kropftauben angetan, denen er sich inzwischen in erster Linie widmet. Mit Beginn seines Hobbys 1956 trat Lindert auch in den Dissener Rassegeflügelzuchtverein ein – die erste von zahlreichen Vereinsmitgliedschaften. Seine wohl prominenteste Position war die des Vorsitzenden des Landesverbands der Rassegeflügelzüchter Weser-Ems, ein Amt das Lindert von 1999 bis 2015 ausübte. Doch der Dissener engagiert sich nicht nur in der Rassegeflügelzucht: Von 1975 bis 1984 war er auch Leiter der Fußballabteilung der TSG Dissen. Mehr aus Dissen im Netz

Bedrohte Arten erhalten

Linderts ehrenamtliches Engagement gehe weit über das übliche Maß hinaus, lobte Landrat Michael Lübbersmann, der dem 69-Jährigen den Verdienstorden überreichte. „Die Gesellschaft lebt von und durch Menschen wie Sie.“ Sein Nachfolger beim Landesverband Lars Steenken hatte Lindert für das Bundesverdienstkreuz vorgeschlagen. „Du hast stets Tier- und Artenschutz gefördert“, erklärte Steenken. So kümmere sich Lindert um die Erhaltung alter, bedrohter Geflügelarten und setzte sich für die Freilandhaltung als Regelhaltung bei Rassegeflügel ein.

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„Ich freue mich, dass ich etwas bewegen konnte“, meinte der Geehrte. Durch seine Tätigkeiten habe er viele Freundschaften im ganzen Weser-Ems-Gebiet geknüpft. Auch die Verbindungen zum Landwirtschaftsministerium seien großartig gewesen. Seine Arbeit habe er jedoch nur bewältigen können, weil er Freunde an seiner Seite gehabt habe, die ihm diese leicht gemacht hätten, und weil seine Familie ihm den Rücken freigehalten habe, meinte Lindert: „Ihr habt dazu beigetragen, dass ich heute diesen wunderbaren Ehrentag feiern kann.“


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