Kein Konfrontationskurs Streit um Ex-Klinikum Dissen: Osnabrück lenkt ein

Von Andrea Pärschke

Beigelegt: Der Streit um das Ex-Klinikum Dissen beruhigt sich offenbar. Nun stehen neue Gespräche an. Foto: Jörn MartensBeigelegt: Der Streit um das Ex-Klinikum Dissen beruhigt sich offenbar. Nun stehen neue Gespräche an. Foto: Jörn Martens

Dissen. Was geschieht mit dem Ex-Klinikum Dissen? Diese Frage hat in den vergangenen Monaten für viel Unmut zwischen den Städten Dissen und Osnabrück gesorgt. Nun lenkt Osnabrück offenbar ein. Die Städte führen wieder Gespräche.

„Wir haben den Antrag zurückgezogen“, sagt Thomas Fillep, Osnabrücks Stadtrat und Finanzvorstand. Die Stadt hatte beim Landkreis die Änderung des Bebauungsplanes für das Gelände des Ex-Klinikums Dissen beantragt, um dort Flüchtlinge unterbringen zu können. Doch Dissen wehrte sich und verhängte sogar eine Veränderungssperre. Nun lenkt Osnabrück offenbar ein.

Der Konflikt

„Wir möchten keinen Streit“, erklärt Thomas Fillep die Situation. Denn zu diesem war es in den vergangenen Monaten gekommen: Vor allem eine Zahl sorgte Anfang des Jahres für Unmut: Etwa 600 Flüchtlinge – so die Schätzung – könnten in dem Ex-Klinikum Platz finden. Osnabrücks Probleme wären damit gelöst. Die Ratsmitglieder Dissens fürchteten jedoch, die Infrastruktur ihrer deutlich kleineren Stadt zu überfordern. Zudem würde die zentrale Unterbringung an einem Ort den Asylsuchenden ihren Start in Dissen und Osnabrück erschweren. (Weiterlesen: Wie das leer stehende Gebäude aktuell genutzt wird: SEK probt Terror-Einsätze)

„Die Situation hat sich nun verändert“, sagt Thomas Fillep. Weniger Asylsuchende als zunächst angenommen kamen nach Deutschland. „Der Leidensdruck“ sei geringer. Es sei zwar immer noch schwierig, genug Wohnraum innerhalb Osnabrücks zu finden. Die Aufgabe sei zurzeit jedoch zu bewältigen. Ändere sich die Lage, könne die Stadt ihren Antrag jedoch erneut stellen.

Gespräche

Doch zunächst stehen Gespräche an. „Wir suchen gemeinsam nach einer Lösung“, sagt Dissens Bürgermeister Hartmut Nümann. Denn seine Stadt hat bereits Pläne für das Areal rund um die ehemalige Klinik. Es könnte dort zum Beispiel ein Seniorendorf entstehen.

In welche Richtung die Gespräche genau gehen werden, ist nicht bekannt. Im vergangenen Jahr führten beide Städte schon einmal Gespräche. Damals ging es wohl auch um den Verkauf des Grundstückes.

Das könnte jedoch kosten: „Das Klinikum Osnabrück ist finanziell nicht so aufgestellt, dass es das Grundstück unter Wert verkauft“, sagt Fillep dazu.

(Weiterlesen: Die Gespräche des vergangenen Jahres und das Gerücht rund um den Verkauf des Klinikgeländes)