Entwicklungszentrum Dissen: Claas legt Grundstein für digitale Zukunft

Von Andrea Pärschke


Dissen. An einem neuen Standort Neues schaffen: Das ist der Plan des Landtechnikunternehmens Claas. Umgesetzt wird er zurzeit in Dissen. Direkt an der A33 entsteht das neue Entwicklungszentrum.

Vernetzung ist die Zukunft – und an ihr wird ab Herbst 2017 an der Versmolder Straße direkt neben der Autobahnausfahrt, geforscht, getüftelt und gefeilt. „Doch jetzt brauchen wir erst mal die Hardware: Bagger und Beton“, sagt Juniorchefin Cathrina Claas-Mühlhäuser während der Feier zur Grundsteinlegung. Denn zunächst müssen Gebäude und Teststrecke gebaut werden. Verantwortlich dafür ist die MBN-Bau AG. Je nach Witterungsbedingungen sollen die Arbeiten spätestens im Herbst des kommenden Jahres abgeschlossen sein. „Wir geben jetzt Gas“, sagt Claas- Pressesprecher Wolfram Eberhardt. Denn die Zukunft soll möglichst bald anfangen.

Big Data auf dem Bauernhof

Und diese Zukunft heißt: Big Data auf dem Bauernhof. In der Praxis setzt die Landwirtschaft bereits seit gut zehn Jahren auf selbstfahrende Mähdrescher und digitale Choreografie. Doch die Entwicklung prescht voran. „Die Digitalisierung verlangt, dass wir unseren Erfahrungsschatz erweitern“, erklärt Claas-Mühlhäuser. Deshalb habe sich die Firma auch dazu entschlossen, all ihre Elektronikkompetenzen in der Tochterfirma Claas E-Systems zu bündeln. Und vor allem: darin zu investieren. „Es geht darum, die einzelnen Maschinenteile noch besser miteinander zu vernetzen“, sagt E-Systems- Geschäftsführer Carsten Hoff.

(Lesen Sie weiter: Claas bündelt Zukunftssparte „Smart Farming“ in Dissen)

Zum Wohle der Natur

Von der digitalen Landwirtschaft profitiere – laut Bundestagsabgeordneten Rainer Spiering – auch die Natur: „Smart Farming kann die Nitratbelastung der Böden verringern.“ Denn zum Beispiel Dünger würde dank der neusten Technologie nicht mehr nach dem Gießkannenprinzip verteilt, sondern dort eingesetzt, wo sie benötigt werde. „Mit der Firma ist ein großer Spieler im internationalen Landwirtschaftsgeschäft zu uns nach Dissen gekommen“, freut sich der Bundestagsabgeordnete.

(Weiterlesen: Claas trotzt politischen Krisen)

Viel Platz in Dissen

Doch im Gegenzug hat auch Dissen etwas zu bieten. Zum einen sei da die Nähe zum Stammsitz des Mutterkonzerns von Claas in Harsewinkel. Diese sei notwendig – ein Standortwechsel aber auch: „Wir möchten etwas Neues schaffen, an einem neuen Ort“, begründet Cathrina Claas-Mühlhäuser. Außerdem verfüge Dissen über Platz, der andern Orts eher knapp war: Denn neben einem Bürogebäude soll in dem Gewerbegebiet auch ein Testzentrum entstehen. Neue Produkte können so schnell und unkompliziert in die Erprobungsphase gehen. Zudem reizt die Nähe zur Hochschule Osnabrück.

(Weiterlesen: Claas kommt nach Dissen)

Neues Baugebiet

„Claas passt wunderbar zu unseren großen Unternehmen wie Fuchs, Homann , Westfleisch oder Schlingmann“, freut sich auch Bürgermeister Hartmut Nümann, der auch schon an die neuen Mitarbeiter gedacht hat: Ein neues Baugebiet ist bereits ausgewiesen worden und in Planung.


0 Kommentare