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Klarer Trend vom ersten Wahlbezirk an – Elke Fox schafft 44 Prozent Dissen: Hartmut Nümann ist Bürgermeister

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Dissen. Der neue Bürgermeister schaffte es so gerade. Wenige Minuten, bevor der letzte Wahlbezirk ausgezählt war, erreichte Hartmut Nümann die Dissener Realschule. Im Kreishaus hatte der stellvertretende Landrat die Landratswahl verfolgt. Kaum eingetroffen, stand endgültig fest: Hartmut Nümann von der SPD ist neuer Dissener Bürgermeister.

Sein erster Gratulant stand da schon parat: Dissens Noch-Bürgermeister bis 31. Oktober, Georg Majerski, stürmte auf Nümann zu und umarmte ihn.

CDU-Bürgermeisterkandidatin Elke Fox stand da schon eine gute Stunde, umringt von ihren Parteifreunden von der CDU, vor dem Beamer in der Realschulaula und beobachtete die Ergebnisse der Auszählungen. Nervös sei sie, erzählte sie. Als die beiden Töchter und Ehemann Bernd eintrafen, wirkte sie gleich ein wenig entspannter.

Schon die Auszählung des ersten der fünf Wahlbezirke (plus Briefwahl) gab den Trend vor: 48,7 Prozent für Elke Fox, 51,3 für ihren Konkurrenten Hartmut Nümann – eine knappe Differenz.

Mit unbewegtem Blick nahm Elke Fox das Ergebnis zur Kenntnis. Im Kreise der CDU-Sympathisanten, die die Mehrzahl der Besucher der Wahlveranstaltung ausmachten, waren erste besorgte Blicke zu sehen.

Nach der Auszählung von drei Wahlbezirken war der Abstand zwischen beiden Kandidaten gestiegen: Nümann erhielt 55,3 Prozent der Stimmen, Fox 44,7, und CDU-Urgestein Louis-Ferdinand Schwarz seufzte resigniert: „Das ist wohl nicht mehr aufzuholen.“ Ein weiterer Bezirk wurde ausgezählt. In der Aula wurde es immer stiller.

Liebevoll umarmt von ihren beiden Töchtern, schaute Elke Fox auf den Beamer, als Hartmut Nümann eintraf. Und dann stand das Endergebnis fest: 55,7 Prozent für Nümann, 44,3 für Fox, eine Differenz von 400 Stimmen. Für Elke Fox sichtlich eine Enttäuschung, die ihre Niederlage zwar mit ein paar Tränen im Augenwinkel, aber auch mit Humor nimmt: Einem Freund, der sie umarmt, kündigt sie an: „Heinrich, wir malen wieder zusammen.“

Verhalten strahlend, arbeitete sich Nümann ins Zentrum der Aula vor, wird umarmt, beglückwünscht. Als eine der Ersten gratuliert Elke Fox dem neuen Bürgermeister. Der tröstet sie.

Nach guter Tradition sorgte die UWG mit Maren Öynhausen für eine blumige Note: Mit Sträußen würdigte Öynhausen den fairen Wahlkampf, in dem „keine Scherben geflogen“ seien.

Elke Fox habe sich für Dissen eingesetzt und alles getan, damit die Dissener sie kennenlernen. Zu Nümann sagte sie lachend: „Das hätte ich nicht gedacht. Aber du wirst alles für Dissen tun.“

Nümann sieht sich als Bürgermeister aller Dissener, wie er erklärte. „Wir machen das gemeinsam.“ Schließlich gelte es, jede Menge Baustellen zu beackern: vom Frommenhof über das Krankenhaus-Umfeld bis zu Krümpel oder Sportplatz. „Wer die Ratsmehrheit hat, ist mir eigentlich egal, denn unsere Zusammenarbeit wird klappen.“

Fox bedankte sich für eine aufregende, spannende Zeit. „Es war unglaublich, was ich von Ihnen an Zuspruch bekommen habe.“ Und: „Ja, es war die Sache wert.“ Am Dienstag will sie wieder ihre Arbeit im Bad Rothenfelder Rathaus aufnehmen. Nümann wünschte sie eine glückliche Hand. Der CDU-Fraktionsvorsitzenden Stefanie Hörning stand die Enttäuschung über den Ausgang der Bürgermeisterwahl ins Gesicht geschrieben: „Schade, ich hatte gehofft, dass die Fachkompetenz von Elke Fox überzeugt. Vor ihrer Leistung habe ich allergrößten Respekt.“ So habe Elke Fox seit Mitte Juli allein 3000 Dissener Haushalte besucht.

Nümann will einen Fokus seiner Arbeit auf vertrauensbildende Maßnahmen bei den städtischen Mitarbeitern setzten: „Sie müssen sich mit ihren Stärken entwickeln können. Dafür muss man sie arbeiten lassen. Ich will nicht über jeden Kanaldeckel entscheiden.“ Er betonte aber auch: „Wir können nicht jeden Industriebetrieb in Dissen aufnehmen.“ Und dass er mit 63 Seiten acht Jahre als Bürgermeister fit bleiben muss, sieht Nümann gelassen: „Ich muss mich ein bisschen mehr bewegen. Die Gartenarbeit allein reicht nicht.“


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