„Riss“ durch die Gemeinde? Windräder in Glandorf: Fronten verhärtet

Bei dem Bauausschuss am Dienstagabend hat die Bürgerinitiative, die sich gegen Windkraftanlagen in Glandorf ausspricht, Banner mitgebracht. Foto: Elvira PartonBei dem Bauausschuss am Dienstagabend hat die Bürgerinitiative, die sich gegen Windkraftanlagen in Glandorf ausspricht, Banner mitgebracht. Foto: Elvira Parton

Glandorf. Der Saal im Hotel Herbermann ist voll. Mittendrin: Die Mitglieder des Bauausschusses. Sie entscheiden über eine Beschlussvorlage, die den Weg für Windräder in drei Gebieten Glandorfs freigeben könnten.

  • „Wir dürfen nicht zulassen, dass durch diese Entscheidung ein Riss durch unsere Gemeinde geht“, mahnt der Ratsvorsitzende Josef Wulfert am Anfang der Bauauschuss-Sitzung am Dienstagabend. Er sprach damit im Namen aller, denn die Fronten zwischen den Gegnern und den Befürwortern der Windkrafträder an drei Standorten in Glandorf verhärten sich. Das konnte auch die mehr als einstündige Fragerunde, der sich die Ratsmitglieder und der Rechtsanwalt der Gemeinde Dr. Andre Unland stellten, nicht mehr ändern. Und auch umgekehrt blieben Verwaltung, Bürgermeisterin und die Ausschussmitglieder bei ihrer Meinung.

Unterschiedliche Rechtsauffassungen

Dem Streit zugrunde liegen völlig unterschiedliche Rechtsauffassungen über den Handlungsspielraum, den die Gemeinde hat. Der Landkreis hatte durch eine Raumordnung festgelegt, an welchen Orten im Kreis Windräder aufgestellt werden sollen. Um dies zu ermöglichen, muss die Gemeinde Glandorf den Flächennutzungsplan für die Gebiete am Liener Landweg, An der Bever und in der Averfehrdener Wüste ändern.

Während die Ratsmitglieder nach einem nunmehr drei Jahre andauernden Genehmigungsverfahren keinen Handlungsspielraum für die Gemeinde mehr sehen, ist die Bürgerinitiative anderer Meinung: Sie glauben, dass die Gemeinde dem Kreis einen Riegel vorschieben könnte. „Doch so leicht ist das nicht“, betont Rechtsanwalt Andre Unland. Er ist der Überzeugung, dass eine weitere Verzögerung des Verfahrens vor allem eins zur Folge hätte: Die Windräder würden nicht mehr nur in den drei Gebieten installiert, die jetzt im Gespräch sind – sondern an sämtlichen Ecken und Orten in Glandorf. Der Anwalt der Gegenseite sieht das anders.

Ausschuss entscheidet einstimmig

Am Ende entscheidet der Ausschuss dennoch einstimmig: Er empfiehlt dem Rat, den Flächennutzungsplan anzunehmen und damit Windräder in diesen Gebieten zuzulassen. „Wir geben noch nicht auf“, sagt Mirjam Reischert dazu. Sie ist eine der betroffenen Anwohnerinnen aus Lienen und hoffte, die Entscheidung doch noch kippen zu können.

Weitergehende Informationen folgen in Kürze.


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