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Standortentscheidung folgt Homann baut hochmodernes Werk, um Marktführer zu bleiben

Homann prägt Dissen. Der Feinkost-Konzern will ein neues, hochmodernes Werk bauen, jedoch nicht am alten Standort. Foto: Jörn MartensHomann prägt Dissen. Der Feinkost-Konzern will ein neues, hochmodernes Werk bauen, jedoch nicht am alten Standort. Foto: Jörn Martens

Dissen. Dass den Dissener Feinkosthersteller Homann Pläne für eine Neuausrichtung und einen Neubau umtreiben, ist seit drei Monaten bekannt. Jetzt wird das Vorhaben konkret. Das Ziel: Homann will sich als Marktführer behaupten, weitere Firmen zukaufen und mehr Umsatz machen. Für den Mutterkonzern Theo Müller wird eine Umsatz-Steigerung von 6,5 Milliarden auf 9 Milliarden angepeilt.

Der Aufsichtsrat der Unternehmensgruppe Theo Müller hat diese Entscheidung in seiner jüngsten Sitzung getroffen, heißt es in einer Pressemitteilung. Neu und hochmodern soll das Werk werden, dessen Standort innerhalb der nächsten Wochen festgelegt werden. Homann erwirtschaftet einen Jahres-Umsatz von 630 Millionen Euro und verarbeitet nach Angaben der Lebensmittelzeitung 322000 Tonnen Ware.

Heiner Kamps, der Aufsichtsratsvorsitzende der Unternehmensgruppe erklärt zur anstehenden Investition: „Uns war immer klar, dass Homann ein sehr vielversprechendes Unternehmen ist. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt gekommen, um in das Unternehmen zu investieren und die Weichen für eine weitere positive Entwicklung zu stellen. Dazu zählt ein hochmodernes, neues Werk, um auf Basis innovativer Technologien erstklassige Produkte zu produzieren und so neue Märkte zu erschließen.“

Vertrauen in Homann

Das bedeutet nach Informationen unserer Redaktion, dass der Feinkost-Riese die große Neubau-Variante wählt, für die er langfristig etwa 20 Hektar Platz braucht. Um die Ansiedlung rangeln zahlreiche Standorte, natürlich Dissen, aber auch Borgholzhausen-Versmold.

Der Dissener Homann-Chef Norbert Weichele freut sich über die Entscheidung: „Das ist ein wichtiger Schritt nach vorne und bestätigt das große Vertrauen, das die Unternehmensgruppe Theo Müller und der Inhaber Theo Müller in Homann setzen. Außerdem bedanke ich mich bei den Kollegen, die zusätzlich zu ihren normalen Aufgaben weiter mit großem Engagement und Kompetenz an der Neuausrichtung unseres Unternehmens arbeiten.“

Kernpunkte der Weiterentwicklung und das Neubau-Projekt sollen in den kommenden Wochen konkretisiert werden. Die Homann-Mitarbeiter sollen dann die ersten sein, die über das Konzept informiert werden. Dazu gehört nach Müller-Angaben auch eine zukunftsfähige Ausrichtung des Produkt-Portfolios, die Verbesserung interner Prozesse und Strukture und die Entwicklung innovativer Produkte, um die Marktposition im Wettbewerb zu behaupten.

Neues Werk ein Baustein

„Die Investition passt hervorragend zur Vision der Unternehmensgruppe Theo Müller, über Akquisitionen und gleichzeitig über die Weiterentwicklung des bestehenden Geschäfts zu wachsen. Unser Ziel ist es, den Umsatz der Unternehmensgruppe Müller von aktuell 6,5 Milliarden auf 9 Milliarden Euro im Jahr 2020 zu steigern. Das neue Werk wird ein Baustein, damit Homann langfristig seinen positiven Beitrag zum Geschäftserfolg der Unternehmensgruppe Theo Müller leisten kann.“

Dirk Speckmann, der Borgholzhausener Rathaus-Chef, begrüßt die Entscheidung von Homann. „Das Unternehmen hat sich zuletzt sehr bedeckt gehalten und intern intensiv verschiedenen Varianten beleuchtet. Nun hat man sich offenbar für eine Produktionsverlagerung und ein neues Werk entschieden.“

Borgholzhausen und Versmold könnten in ihrem interkommunalen Gewerbegebiet für eine kleine Lösung sofort bis zu neun Hektar baureif anbieten. „Für die große Variante müssten wir in die Bauleitplanung einsteigen.“

Die fände südlich der A 33 statt. Zwei Flächen dort sind an sich erst mittelfristig – innerhalb der nächsten 20 Jahre – für eine Bauleitplanung vorgesehen. Für Homann würde der Kreis Gütersloh einen Zahn zulegen.

Dabei können Speckmann und sein Versmolder Amtskollege auf die Unterstützung von Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl in Detmold setzen: „Sie hat die Ansiedlung zur Chefsache erklärt und ist in direktem Kontakt mit Homann.“ Das zeige, wie hoch die Sache für die Bezirksregierung hänge.

Er findet es vor allem wichtig, dass Homann in der Region bleibe. „Es arbeiten auch viele Borgholzhausener und Versmolder bei Homann in Dissen.“ Zudem habe das Unternehmen auch Wurzeln im Borgholzhausener Ortsteil Kleekamp, merkt Speckmann augenzwinkernd an.

Eine gute Nachricht sind die ambitionierten Pläne auch für Dissen, das sich um eine Ansiedlung der Firma südlich der Autobahn 33 nahe dem neuen Claas-Standort bemüht. „Hier reden wir von bis zu 25 Hektar“, sagt Bürgermeister Hartmut Nümann. Gespräche zwischen der Gemeinde, der Niedersächsischen Landgesellschaft und Homann laufen.


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