Noch zehn Plätze frei Internationales Jugend-Camp am Baikalsee


Osnabrück. Ein internationales Jugend-Camp findet im Juli am Baikalsee in Sibirien statt, veranstaltet vom Osnabrücker Verein für Ökologie und Umweltbildung in Kooperation mit dem russischen Baikal-Informationszentrum GRAN.

In einer völlig anderen Kultur Gleichaltrige kennenlernen, mit ihnen ein abwechslungsreiches Programm erleben und zudem viel über die einzigartige Natur Ostsibiriens erfahren – diese Möglichkeit bietet sich nun 15 Jugendlichen im Alter von etwa 15 bis 17 Jahren. Zusammen mit erfahrenen Betreuern vom Verein für Ökologie und Umweltbildung werden sie vom 21./22. Juli bis zum 5./6. August über Moskau zuerst nach Irkutsk fliegen.

Mit der Transsibirischen Eisenbahn

Von dort aus geht es mit der Transsibirischen Eisenbahn entlang des Baikalsees in die Stadt Sljudjanka. Dort wohnt die Gruppe eine Woche lang in einer Schule mit Blick auf den See, den ältesten, tiefsten und wasserreichsten Süßwasserspeicher der Erde. Welchen Gefährdungen dieses Naturjuwel ausgesetzt ist, erfahren die Jugendlichen unter anderem beim Besuch eines Naturschutzgebiets. „Während der ersten Reisewoche dreht sich alles um die Flora und Fauna rund um den Baikalsee“, erklärt Vereinsmitglied Josef Gebbe, der bereits vier Jugendgruppen in die mehr als 7000 Kilometer entfernte Baikal-Region begleitete und auch dieses Jahr wieder mit von der Partie ist.

Gut 2500 verschiedene Tier- und Pflanzenarten gibt es am Baikalsee. Zwei Drittel dieser Arten, unter ihnen die Baikalrobbe, existieren ausschließlich dort. In den weitläufigen Wäldern leben Bären, Wölfe, Luchse und Elche. Aber illegale Jagd und Überfischung bedrohen die Tierwelt und Industrieabwässer verschmutzen das so wichtige Süßwasserreservoir. ( Weiterlesen: 15 Osnabrücker Jugendliche reisten in die Russische Teilrepublik Burjatien – Im Gepäck Wasser aus dem Baikalsee )

Eine Woche bei Gastfamilien

Nach einer Woche im Zeichen der sibirischen Natur geht es für die Jugendlichen weiter in die Hauptstadt der russischen Teilrepublik Burjatien nach Ulan-Ude. In diesem zweiten Teil der Bildungsreise sind sie bei Gastfamilien untergebracht und bekommen tiefe Einblicke in das Alltagsleben und die Kultur des Landes. „Manch‘ Komfortzone muss dort überwunden werden. Jeden Tag duschen ist zum Beispiel nicht möglich. Die Menschen im Umland von Ulan-Ude müssen viel Ressourcen-schonender und mit der Natur leben“, weiß Josef Gebbe.

Derartige Erfahrungen seien es, die die Jugendlichen bereichern, die zeigen sollen, dass weniger nicht unbedingt nur Verzicht bedeute, sondern auch Gewinn von Dingen sein kann, die wir in unserer Überflussgesellschaft kaum mehr wahrnehmen. Der Besuch einer buddhistischen Tempelanlage und Angebote wie Bogenschießen und Ringen, beliebte Freizeitaktivitäten der Burjaten, gehören zu weiteren Reise-Höhepunkten. ( Weiterlesen: Jugendaustausch mit Burjatien – Vom russischen Baikalsee nach Osnabrück )

Lieder am Lagerfeuer

„Sitzen die jungen Burjaten mit den Deutschen dann abends am Lagerfeuer, wird gesungen, was das Zeug hält. Es sind aber die Burjaten die singen können, unsere Jugendlichen haben Lagerfeuerlieder kaum mehr drauf“, meint Josef Gebbe und lacht. Im Juli sei es in Ostsibirien mindestens genauso warm wie in Deutschland, aber Baden im Baikalsee sei bei zirka zwölf Grad Wassertemperatur trotzdem nur etwas für die Mutigen.

Seit 2008 gibt es den internationalen Jugendaustausch. Bis 2013 reiste im jährlichen Wechsel eine Gruppe aus Osnabrück an den Baikalsee und eine Gruppe aus Burjatien nach Osnabrück. Den umweltorientierten Aspekt des Programms erlebten die jungen Russen zumeist am Lernstandort Noller Schlucht in Dissen. Nach einer dreijährigen Pause soll das interkulturelle Projekt für nachhaltige Entwicklung nun wieder neuen Schwung bekommen. Neben dem Jugend-Camp finden an Schulen in Stadt und Landkreis Osnabrück weitere Kooperationsprojekte mit der Region Burjatien statt. ( Weiterlesen: Oberbürgermeister empfängt Gruppe aus dem sibirischen Burjatien im Rathaus – Ausstauschschüler vertiefen Umweltwissen )

Kosten

Die Kosten pro Teilnehmer belaufen sich auf maximal 800 Euro. Wer sich für die Reise interessiert, kann Kontakt aufnehmen mit Gerhard Becker, Vorsitzender des Vereins für Ökologie und Umweltbildung Osnabrück, Telefon: 0541/9694473.


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