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Keine Entscheidung für Borgholzhausen Homann-Umzug: Auch Dissen ist noch im Rennen

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Werbegesicht für den Feinkostriesen auch am Firmensitz in Dissen ist Barbara Schöneberger. Foto: Jörn MartensWerbegesicht für den Feinkostriesen auch am Firmensitz in Dissen ist Barbara Schöneberger. Foto: Jörn Martens

Dissen. Im 140. Jahr seines Bestehens ist Homann für seinen Firmensitz im Dissener Stadtzentrum zu groß geworden. Emissionen und wohl auch die Enge auf dem unübersichtlichen Firmengelände drücken das Unternehmen mit Weltruf. Der Feinkostmarkt sei sehr fordernd, heißt es aus der Zentrale des Mutterkonzerns, der Theo-Müller-Gruppe. Deshalb analysiere Homann nicht zum ersten Mal und völlig ergebnisoffen Möglichkeiten einer Neuaufstellung der Gruppe. Bestandteil dieser Prüfung sei auch ein Neubau.

Dass das Interkommunale Gewerbegebiet Versmold-Borgholzhausen (IBV) bei dieser Analyse ganz oben auf der Liste der Möglichkeiten steht, will Müller-Öffentlichkeitsreferentin Carolin Kossin nicht bestätigen : „Da ist viel viel Spekulation“, ebenso bei der angeblich geplanten Investitionssumme von 300 Millionen Euro.

Der Wirtschaftsförderer des Kreises Gütersloh Albrecht Pförtner bestätigt auf Anfrage der Neuen OZ zu einer möglichen Niederlassung im Interkommunalen Gewerbegebiet an der A33: „Da gibt es noch keine Entscheidung.“ Es habe Gespräche gegeben, in denen der Kreis verschiedene Flächen vorgestellt habe. „Der Kunde, also Homann, hat sich dann dafür entschieden, sich das Grundstück im IBV näher anzugucken.“

Homann neben Claas?

Denn auch Dissen arbeitet an der Bereitstellung eines passenden, bis zu 25 Hektar großen Grundstücks im neuen Gewerbegebiet an der Autobahn 33, wie Bürgermeister Hartmut Nümann bestätigt. Dort könnte Homann Nachbar des Landmaschinengiganten Claas werden. Zwei Weltkonzerne wären in guter Gesellschaft.

„Seit Dezember sind wir in Gesprächen“, sagt Nümann. Dissen sei auf einem guten Wege, eine entsprechende Fläche bereitstellen zu können, eine Fläche, an der Homann auch Interesse habe. Zehn bis zwölf Hektar könne man kurzfristig zur Verfügung stellen –mit Optionen auf weitere Flächen.

Landkreis schlägt auch Flächen in Venne vor

Der Landkreis Osnabrück berichtet, dass er auf eine erste grobe Anfrage Homanns Flächen in Bad Essen-Lintorf, Ostercappeln-Venne, dem Niedersachsenpark in Rieste und eben in Dissen vorgeschlagen habe. Konkrete Gespräche hätte es noch nicht gegeben, so ein Landkreissprecher.In Lintorf produziert Homann bereits mit 230 Mitarbeitern Salatdressings.

1000 seiner 3000 Mitarbeiter beschäftigt Homann in Dissen und ist damit einer der wichtigsten Arbeitgeber. Deshalb sagt Nümann kämpferisch: „Dissen ist Homann. Homann ist Dissen.“. Stadt und Firma sind für die Dissener untrennbar verbunden.

Wegen Homann habe Dissen beispielsweise schon im Jahr 1951 Stadtrechte bekommen – trotz einer Einwohnerzahl von gerademal 4000 Dissenern. „Homann war schon damals wichtig.“

Dissener sind geschockt

Umso mehr sorgen heute die Spekulationen um eine mögliche Abwanderung des Konzerns im Ort für Aufruhr und Entsetzen. „Ich hoffe, dass Homann in Dissen bleibt und bemühen uns, das Optimalste für Homann herauszuholen“, betont der Bürgermeister.

Seit 2014 steht der 40-jährige Norbert Weichele an der Spitze von Homann Feinkost. Im Interview mit der Neuen OZ vor gut zwei Jahren betonte er: „ Der Standort Dissen ist stabil. Da sind wir gut positioniert.“

Hauptsache in der Region

Dirk Speckmann, Borgholzhausener Bürgermeister und designierter Vorsteher des Interkommunalen Gewerbegebiets, sagte am Donnerstag: „Wir haben Homann vorgestellt, was bei uns geht. Nicht mehr und nicht weniger.“ Entscheidend sei, dass Homann in der Region bleibt, arbeiteten doch auch viele Versmolder und Piumer bei dem Lebensmittelriesen.

Gute Chancen rechnet sich der Versmolder Bürgermeister Michael Meyer-Hermann aus, wie die Neue Westfälische berichtet. Homann sehe sicher auch die Nähe zu wichtigen Zulieferbetrieben von der Logistik bis zur Kühltechnik als Standortvorteil.


Die Homann Feinkost GmbH in Dissen produziert hauptsächlich Feinkostsalate sowie Fisch- und Feinkostprodukte, Dressings und Saucen. Produktionsstandorte des Marktführers sind neben Dissen Lintorf, Rogätz, Floh-Seligenthal, Bottrop, Sassnitz und Poznan. Der Grundstein für das Unternehmen wurde 1876 gesetzt, als Fritz Homann in Dissen eine Fleisch- und Wurstfabrik gründet. Schon sechs Jahre später stieg Homann als einer der ersten Betriebe in die Margarineproduktion ein. 1956 wurde das Sortiment um Feinkostsalate, Fischfeinkost, Remouladen, Brotaufstriche, Dressings und Würzsaucen erweitert. Im Jahre 1961 wurde das erste eigene Feinkostwerk in Dissen eröffnet, das 1993 zu einer der modernsten Salatfabriken Europas ausgebaut wurde. Heute gehören auch die Marken Livio und Hamker Feinkost zu Homann. Im Bereich der Feinkostsalate hat der Konzern sein Portfolio mit Nadler, Weser Feinkost, Rügen Feinkost und den regionalen Marken Pfennigs Feinkost und Hopf Feinkost ausgebaut. Seit 2012 gehört Homann zur Unternehmensgruppe Theo Müller. Quellen: Firmen-Homepage, Wikipedia

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