Romanze in der Reha Elke Niemann liest in Dissen aus „Schattenspringen“

Von Danica Pieper

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Autorin Elke Niemann stellte im KuK-Haus zusammen mit ihrem Verleger Wolfgang Hesse ihren Debütroman „Schattenspringen“ vor. Foto: Danica PieperAutorin Elke Niemann stellte im KuK-Haus zusammen mit ihrem Verleger Wolfgang Hesse ihren Debütroman „Schattenspringen“ vor. Foto: Danica Pieper

Dissen. Heimspiel für Elke Niemann: An gleich zwei Abenden las die Dissener Autorin im KuK-Haus aus ihrem Debütroman „Schattenspringen“. Beim Publikum kam die Geschichte um Reha-Patientin Anne, die in der Kur eine Affäre beginnt, bestens an.

Ein Buch zu schreiben, sei immer ihr Herzenswunsch gewesen, erklärte Elke Niemann ihrem Publikum im KuK-Haus . Dass sie mit Ende Fünfzig nun ihren ersten Roman verfasste, sei vor allem dem Buch „Emma über den Wolken“ von Tanja Wekwarth geschuldet: „Ich war so davon gefesselt, dass ich dachte: Das kannst du auch!“ Es entstand „Schattenspringen“, die Geschichte von Anne Kramer, Anfang 40, die nach der Pflege und dem Tod ihres Vaters depressiv wird und von ihrem Arzt eine Reha empfohlen bekommt. Dafür habe sie Selbsterlebtes mit Erfundenem vermischt, berichtete Niemann .

Date mit dem Kurschatten

„Das ist ein Buch, das so richtig in diese Region passt“, erklärte Verleger Wolfgang Hesse. Ob ein Kurort aus Dissens Nachbarschaft Pate stand, verriet die Autorin allerdings nicht. Auch über die Erkrankung der Hauptfigur erfuhr der Zuhörer wenig – dafür umso mehr über ihr Liebesleben. Der Kurschatten lässt nämlich nicht lange auf sich warten. Freddy ist ein Lausbub mit Sommersprossen, der trotzdem irgendwie Brad Pitt ähnelt. Je länger die beiden zu Schlagern tanzen und Weinflaschen leeren, desto mehr dämmert Anne, dass sie in ihrer Ehe nicht mehr glücklich ist. Für ihren Mann Peter ist es schließlich schon romantisch, wenn man sich gemeinsam die Sportschau ansieht. Es kommt, wie es kommen muss: Freddy und Anne beginnen ein Verhältnis. Nach dem Ende der Reha holt der Alltag das Paar jedoch schnell ein und Anne muss einsehen, dass ihr Traumprinz nicht der ist, für den sie ihn gehalten hat. So schnell gibt sie jedoch nicht auf: Mittels Kontaktanzeigen und Astrologie will Anne doch noch den Partner fürs Leben finden.

Herzschmerz

Sicher: Wer für Liebesschnulzen à la Rosamunde Pilcher nichts übrig hat, der wird auch „Schattenspringen“ wenig abgewinnen können. Das Publikum amüsierte sich jedoch prächtig über die Annes amouröse Verwicklungen und das Leben in der Reha, vor allem über „Schwester Rabiata“, die Annes nächtlichen Ausflügen schnell auf die Schliche kommt. Und wem der Herzschmerz von „Schattenspringen“ noch nicht genug war, für den spielte Niemann zum Abschluss „My Way“ - natürlich in einer Schlager-Version.


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