Nümann und Meyer im Clinch Zoff in Dissen: Verwaltung steigt bei Freitagsdemos aus

Von Frank Muscheid

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Dissen. An den wöchentlichen Freitagsdemos, den Mahnwachen für ein Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) im Südkreis werde „die Stadt offiziell nicht mehr teilnehmen“. Das hat Dissens Bürgermeister Hartmut Nümann am Montag dem Rat erklärt.

Ratsmitglieder könnten natürlich jederzeit teilnehmen, „offiziell werden ich als Bürgermeister und meine Stellvertreter nicht mehr teilnehmen. Es ist unerträglich, wie der Albertine-Fördervereinsvorsitzende mit meiner Person umgeht und auch mit der Stadtverwaltung“, sagte er mit Blick auf Wilfried Meyer.

Beschimpfungen

„In den Mahnwachen finden Beschimpfungen und Unterstellungen statt, ich würde nichts tun.“ Das sei nicht mehr tragbar. Nümann kritisierte auch den Auftritt Meyers in der vergangenen Bürgerversammlung, in der dem Amtsinhaber Lügen unterstellt wurden. „Viele Bürger haben mich angerufen und gesagt: Es geht so gar nicht mehr.“ Andere seien erbost rausgelaufen. Das sei nicht mehr tragbar. Wilfried Meyer wollte auf Anfrage unserer Redaktion dazu nicht direkt Stellung nehmen: „Ich biete zunächst das Gespräch an. Einigt man sich nicht auf einen einheitlichen Standpunkt, dann gebe ich die öffentliche Antwort.“

Informationsfluss: Erst der Rat, dann die Bürger

Nümann befürchtet, dass so nach Hannover ein negatives Bild vermittelt werde. „Das wäre schade für das, was wir eigentlich wollen, was die Stadt will und was wichtig ist für unsere Bürgerinnen und Bürger.“ Deswegen werde er öffentlich keine Stellungnahme mehr abgeben. „Wenn es konkrete Ergebnisse gibt etwa bezüglich MVZ , werde ich das mitteilen.“ Zuerst informiere er seine Ratsmitglieder „und dann die Öffentlichkeit. Das muss die Reihenfolge sein.“ Zwischenergebnisse zur Diskussion freizugeben, das habe keinen Sinn. Die Materie sei kompliziert, rechtlich „nicht einfach“ und daher der Öffentlichkeit nicht einfach zu vermitteln.

Meyer in der Kritik

In der letzten Bürgerversammlung Anfang November hatte Albertine-Fördervereinsvorsitzender Wilfried Meyer Nümann mehrfach unterbrochen und behauptet, Nümann lüge bezüglich des Krankenhauses: So würde etwa das Schwesternwohnheim nur so lange nicht mit Flüchtlingen belegt werden, wie Dissen es schaffe, den zugewiesenen Flüchtlingen Wohnungen bereitzustellen. „Wir in Dissen sind nicht die Quoten-Erfüller von oder für Osnabrück. Wir in Dissen erfüllen unsere eigenen Pflichten trotz höchsten Migrantenanteils unter allen Landkreisgemeinden“, hatte Wilfried Meyer bei der vergangenen Freitagsdemo angemahnt. In Bezug auf die Unterbringung von Flüchtlingen äußerte er nicht nur das Anliegen, das Dissener Krankenhaus als Flüchtlingsunterkunft abzulehnen. Er griff Nümann auch persönlich an: „Ich weiß wirklich nicht, in welcher Weise unserem Bürgermeister geholfen werden könnte. Dabei sollte er doch eigentlich uns behilflich sein.“

Treffen mit Griesert vertagt

Ende Oktober war im Dissener Rathaus ein Brief von Osnabrücks Oberbürgermeister Wolfgang Griesert eingetroffen, demzufolge die Stadt Osnabrück und die Stadt Dissen im Hauptgebäude des ehemaligen Klinikums gemeinsam 500 Flüchtlinge und im Schwesternwohnheim 120 Personen unterbringen könnten, mitsamt dem Wunsch zu einem Gespräch. Das Gespräch mit Oberbürgermeister Griesert, Landrat Michael Lübbersmann und Dissens Bürgermeister war eigentlich für vergangenen Montag geplant, sei aber, so Nümann, wegen der Schweigeminute für die Terroropfer in Paris verschoben worden.

(Weiterlesen: Hintergründe zum Klinikum Dissen)


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