Anlaufstelle für Jugendliche Dissen: „Jugend stärken im Quartier“ für Perspektiven

Ein bunter Bauwagen als mobiles Büro: Für das Projekt „Jugend stärken im Quartier“ griffen Jugendliche gemeinsam mit dem Sozialpädagogen David Licher (links), Cherelle Gossan von den „Lackaffen“ und Derk van Berkum, Geschäftsführer des Lernstandortes Noller Schlucht, zur Spraydose. Foto: Petra RopersEin bunter Bauwagen als mobiles Büro: Für das Projekt „Jugend stärken im Quartier“ griffen Jugendliche gemeinsam mit dem Sozialpädagogen David Licher (links), Cherelle Gossan von den „Lackaffen“ und Derk van Berkum, Geschäftsführer des Lernstandortes Noller Schlucht, zur Spraydose. Foto: Petra Ropers

Dissen. Mit Spraydosen, Fantasie und viel Elan gingen sie ans Werk: Unter der Anleitung der „Lackaffen“ aus Münster verwandelten junge Erwachsene aus Dissen jetzt einen alten Bauwagen in ein rollendes Kunstwerk. Das schmucke Ergebnis bietet schon bald auf dem Schwarzen Platz eine Anlaufstelle für Jugendliche und junge Erwachsene.

„Jugend stärken im Quartier“ lautet der Titel des Projektes, mit dem der Lernstandort Noller Schlucht jenen Jugendlichen Hilfestellung anbieten will, die sonst nicht oder nur schwer zu erreichen sind. Zunächst bis 2018 läuft in Dissen, Belm und Quakenbrück das vom Europäischen Sozialfonds aufgelegte Projekt, für das als Träger der Landkreis mit der Maßarbeit und den Kommunen agiert. Das Angebot selbst ist an die vielfach vernetzte Arbeit des Lernstandortes angegliedert.

Mobiles Büro

Dort hat Sozialpädagoge und Case-Manager David Licher schon jetzt seine Tätigkeit aufgenommen. Doch ein Büro – noch dazu ein Stück außerhalb des Ortes – aufzusuchen, fällt vielen Jugendlichen nicht leicht. Der von ihnen selbst mitgestaltete Bauwagen bringt deshalb künftig das Projekt direkt zu ihnen. „Bei Bedarf kann der Bauwagen einfach umgestellt werden“, verweist David Licher auf die Vorteile seines mobilen Büros, das auf dem Schwarzen Platz über die Schule mit Strom und WLAN ausgestattet wird.

Steine aus dem Weg räumen

Die Jugendlichen holt er dort ab, wo sie stehen – auch in ihrem Leben. Ganz ohne Druck, ohne Zeitvorgaben und drohende Sanktionen zeigt David Licher ihnen Wege auf, die ihnen eine Zukunft ermöglichen. Nicht immer kann es dabei gleich um Ausbildung oder Arbeitsplatz gehen. Denn oft sind vorher Steine aus dem Weg zu räumen, Probleme müssen erkannt, angegangen und gemeinsam beseitigt werden.

Herausforderungen

Perspektivlosigkeit, Abbrucherfahrungen in Ausbildung und/oder Hilfeleistungen, familiäre Konflikte, Drogenprobleme, Schulden bis hin zur Obdachlosigkeit: Die Liste der Herausforderungen ist lang. Doch der Sozialpädagoge beschränkt sich bei seiner Arbeit für die und mit den Jugendlichen nicht auf wohlmeinende Tipps. Vielmehr begleitet er sie persönlich bei jedem Schritt, den sie bereit sind zu tun, und kann dabei auf das umfassende Netzwerk des Lernstandorts Noller Schlucht zurückgreifen.

Firma half

„Es geht um die Jugendlichen und nur um sie“, betont Licher, der auch über neue Medien erreichbar ist. Um gemeinsam mit ihnen in kleinen Schritten neue Lebensperspektiven zu entdecken und zu gestalten, ist er schon jetzt in den Abendstunden in Dissen unterwegs und ansprechbar. Ein besonderer Dank galt zum Start in das Projekt der Dissener Firma Kohlrautz, die für die Sprayaktion am Bauwagen ihre Halle zur Verfügung stellte.


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