Von Rauschen bis Kaliningrad Dissener Reisegruppe besucht historische Orte

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Auf eine Reise nach Ostpreußen begaben sich 34 Menschen aus dem Landkreis Osnabrück. Foto: Josef Bernhard HentschelAuf eine Reise nach Ostpreußen begaben sich 34 Menschen aus dem Landkreis Osnabrück. Foto: Josef Bernhard Hentschel

Dissen. 34 Teilnehmer einer Reisegruppe um Dissens ehemaligen Bürgermeister Louis-Ferdinand Schwarz sind mit vielen Eindrücken von einer Fahrt nach Ostpreußen zurückgekehrt. Der einwöchige Aufenthalt zeigte die historische und moderne Seite der heute russischen Provinz.

Zum Reiseantritt versorgte Schwarz die Mitreisenden mit geschätzt anderthalb Kilo Material zur Geschichte und Gegenwart Ostpreußens, erzählte Teilnehmer Josef Bernhard Hentschel. Anders als Schwarz, der noch in Ostpreußen geboren und stark in der Landsmannschaft engagiert ist, hatte Hentschel keine Wurzeln dorthin. „80 Prozent aller Mitreisenden besaßen keine biografische Bindung an Ostpreußen“, sagte Hentschel.

Ausgangspunkt Rauschen

Nach einem kurzen Zwischenstopp in der Ordensburg Marienburg, einem einstündigen Transitstopp an der polnisch-russischen Grenze erreichte man den Bade- und Kurort Rauschen an der Ostsee. Hier war der Standort und Ausgangspunkt für Exkursionen durch Ostpreußen.

Sie führten sowohl in die Vergangenheit als auch in Gegenwart. Ein Beispiel: Trakehnen. Im Ort, er ist Namensgeber für die weithin bekannte Reitpferderasse, waren nur noch Gebäude zu sehen. „Pferdezucht und Dressurübungen wurden uns im Rahmen einer Führung in Georgenburg bei Insterburg nahegebracht“, erzählte Hentschel.

Aktuelles Thema Ukraine

In der Gegenwart kam die Reisegruppe in Baltijsk (Pillau) an. Hier hatte Louis-Ferdinand Schwarz durch seine langjährigen Kontakte in die Region eine Begegnung mit Victor Koschelew, dem pensionierten Bürgermeister möglich gemacht. Gesprochen wurde auch über die aktuelle Ukrainekrise. Sie hat dem aufstrebenden Containerhafen infolge des Wirtschaftsembargos einen Dämpfer beschert, erfuhren die Teilnehmer. „Bei allen Gesprächen war zu merken, wie sorgenvoll die Menschen die Situation beobachten“, schilderte Schwarz.

Das ehemalige Königsberg und heutige Kaliningrad besichtigte die Reisegruppe gleich einen ganzen Tag. So fand man in den Randlagen der Stadt noch Wohnhäuser früherer Zeiten an. Im ehemaligen Zentrum selbst stehe einsam der Dom, flankiert von hässlichen Betonbauten und Ruinen der Sowjetzeit, schilderte Josef Bernhard Hentschel. „Kaliningrad ist eine lebendige Stadt, aber ganz klar auch eine russische Stadt.“

Auch im nächsten Jahr wird es wieder eine Ostpreußenfahrt mit Louis-Ferdinand Schwarz geben. Info: l-f.schwarz@web.de


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