Evangelische Südkreisgemeinden Seniorensommerfest in Dissen mit Musik und Impro-Theater

Von Frank Muscheid

Brachte viele Klassiker zum Sommerschmaus neben dem Lutherhaus: Harald Kießlich (rechts). Foto: Frank MuscheidBrachte viele Klassiker zum Sommerschmaus neben dem Lutherhaus: Harald Kießlich (rechts). Foto: Frank Muscheid

Dissen. „Que sera, sera“ – „Was immer sein wird, wird sein“: Was Harald Kießlich aus Werther mit Akkordeon beim ersten gemeinsamen Seniorensommerfest der fünf evangelischen Südkreisgemeinden am Freitag sang, thematisierte zuvor auch Regional-Diakon Tobias Roggenkamp im Gottesdienst in der St. Mauritius-Kirche: Plane nicht zu viel, nutze den Moment.

Dazu wechselten die etwa 100 Teilnehmer aus Bad Rothenfelde, Dissen, Hilter, Bad Laer und Bad Iburg dann in den Schatten des Lutherhauses zu Gegrilltem, Fruchtbowle und zeitlos schöner Live-Musik von Harald Kießlich. Und schließlich in den Saal zu Improvisationstheater von 16 Pädagogik-Absolventen der Evangelischen Fachschulen Osnabrück.

„135 Teilnehmer waren angemeldet, gut 100 sind gekommen“, auch per Busservice, erklärt Tobias Roggenkamp, der für die Seniorenarbeit der fünf Kirchengemeinden zuständig ist. Dass dort Personal knapp sei und „nicht jede alles leisten kann“, „haben wir auch als Chance begriffen und alle Senioren in meine Schwerpunktgemeinde nach Dissen eingeladen“ – zusätzlich zu den Südkreis-Kaffeetafeln, die jährlich in Bad Rothenfelde stattfinden. Es gebe, auch wegen der drei Heilbäder, besonders viele Senioren in den Kirchengemeinden.

Möglich sei das Sommerfest nur „durch sehr engagierte Menschen, die das alles mittragen“, so der Diakon. Die Kirchenvorstandsvorsitzende von St. Mauritius, Annette Mielke, und Gerhild Thieß vom Kirchenvorstand etwa sind fleißig dabei, kühle Bowle einzuschenken, andere haben Tische, Grill und Wurst organisiert.

Die Kunst des Moments

Weiterer Höhepunkt nach dem musikalischen Freiluft-Sommerschmaus ist das Improvisationstalent von 16 gut gelaunten Erziehern, die erst am Donnerstag erfuhren, dass sie alle ihre Abschlussprüfung bestanden haben. „Die wissen noch nicht, was sie gleich spielen werden“, erklärt Politik- und Theater-Lehrerin Friederike Niederdalhoff dem Publikum, das größtenteils kein Impro-Theater kennt, das Prinzip. Denn das Publikum führt mit Regie, gibt Stichworte, zählt mit dem Osnabrücker Julian Schwindt am Piano fünf Sekunden runter – dann müssen die Darsteller zeigen, was ihnen zu den „Arbeitsaufträgen“ in den Sinn gekommen ist.

Sie stellen spontan und pantomimisch Wasserfall, Regenbogen, Eiskugel oder auch eine romantische Stimmung dar. Die Senioren rufen schnell Stichworte in die Runde: „Improvisationstheater unterstützt die Persönlichkeitsentwicklung, das Selbstbewusstsein, das Teamgefühl“, erklärt Niederdalhoff. Alles improvisiert – aber der Spaß vor und auf der Bühne ist programmiert. Auch Improvisationstheater lebt vom Moment. Und den haben die Senioren beim Sommerfest ergriffen. „Denn“, so Roggenkamp zum Thema des Gottesdienstes, „ich habe jetzt die Zeit, um den Moment zu genießen.“ Das sei umso wichtiger, je verdichteter die Zeit erscheine.