Keine Angst vor Männerdomäne Lady’s Rock’n’Pool Billard Tour in Dissen

Von Danica Pieper


dap Dissen. Billard – eine Männerdomäne? Von wegen, sagen die Veranstalter der Lady’s Rock’n’Pool Billard Tour. Sie wollen Frauen die Bedenken nehmen und es ihnen ermöglichen, in ungezwungener Atmosphäre den Sport kennenzulernen. Einer der Stops der Turnierserie war der Billard Club in Dissen.

Dass man als Billard spielende Frau immer noch die Ausnahme ist, erlebt Monika Bähr-Disterstedt vom Dissener Billard Club regelmäßig: „Neulich war ich auf einem Turnier in Bielefeld. Es gab 40 Teilnehmer, drei davon waren Frauen.“ Der Dissener Club hat daher nicht gezögert, die Lady’s Rock’n’Pool Billard Tour zu unterstützen, die derzeit durch Niedersachsen, Hessen, Bremen und Hamburg zieht. Initiator ist Torsten Meinken aus Bremen. Auf der Sitzung des Billard-Landesverbands habe er erlebt, wie sich die Teilnehmer darüber beklagten, dass die Mitgliederzahlen immer weiter zurückgehen. „Ich habe zu ihnen gesagt: Wenn ihr für 50 Prozent der potentiellen Mitglieder nichts tut, dann müsst ihr euch nicht wundern“, berichtete Meinken. „Dann haben sie mich alle belächelt. Ich habe gesagt: Probieren wir es doch mal.“

Mit der Lady’s Rock’n’Pool Billard Tour möchten Meinken und seine Mitstreiter den Frauen die Angst vor dem Sport nehmen: „Und zwar in dem wir die Männer aussperren“, so der Initiator, der sich auf der Tour mit der Funktion des Turnierleiters begnügt. Die Frauen sollen den Sport in Ruhe ausprobieren können – ganz ohne Leistungsdruck, einfach nur aus Spaß. Dazu werden die Teilnehmerinnen in verschiedene Gruppen aufgeteilt, in der immer mindestens eine erfahrene Spielerin ist, die den anderen die Regeln erklärt. Gespielt wird „9-Ball“. Bei dieser Variante gibt es neun durchnummerierte Kugeln, von denen immer die mit der niedrigsten Zahl angespielt werden muss. Sieger ist, wer zuerst die Kugel mit der Nummer neun versenkt. „Der Vorteil ist, dass hier auch Spielerinnen gewinnen, die gar nicht damit rechnen, dass sie gewinnen können“, so Meinken.

Mit der Resonanz ist der Turnierleiter bisher sehr zufrieden. Auf den ersten sechs Stopps haben bereits über 60 Frauen zwischen 15 und 73 Jahren teilgenommen, auf dem siebten Stopp in Dissen waren 14 Spielerinnern dabei, die teilweise sogar aus Hamburg und Oldenburg angereist sind. Bei jedem Turnier können die Spielerinnen Punkte sammeln. Die Gesamtsiegerin wird dann auf dem großen Finale in Hannover am 4. Dezember ermittelt. Wichtiger als jeder Wettbewerb ist den Veranstaltern jedoch, dass die Frauen Spaß an der Reihe haben und vielleicht sogar ihre Liebe zum Billard entdecken – so wie eine Frau in Sande, die auf dem dortigen Tourstopp den Sport erstmals ausprobierte und sich danach gleich im Verein anmeldete. Meinken: „Dafür macht man das alles.“