Lob von Rat und Verwaltung Emsal Okutur wird Dissens Integrationsbeauftragte

Von Frank Muscheid

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Dissen. Zustimmung und Glückwünsche von Verwaltung und quer durch die Fraktionen: Die Stadt Dissen hat jetzt Emsal Okutur ab dem 1. Juni 2015 zu ihrer Integrationsbeauftragten ernannt. Der Rat stimmte geschlossen zu. „Vielen Dank für das Vertrauen, das in mich gesetzt wird“, so die Vorsitzende des Dissener Integrationslotsenvereins. „Ich hoffe, dass ich die Aufgaben, die von mir erwartet werden, zu Ihrer Zufriedenheit erfülle.“ Sie werde ihr Bestes geben: „Ich freue mich auf eine gute Zusammenarbeit.“

Integrationsbeauftragte gut vernetzt

„Herzlichen Dank für das bisher Geleistete“, sagte Bürgermeister Hartmut Nümann (SPD), nachdem er die Ernennungsurkunde verlesen und überreicht hatte. Okutur leiste „eine tolle Arbeit – Sie haben uns, der Verwaltung, sehr geholfen.“ Die Integrationsarbeit sei eine schwierige Aufgabe, die Emsal Okutur hervorragend bewältige. Neben der künftigen Zusammenarbeit werde die Verwaltung auch bei Räumlichkeiten, „weiter behilflich sein – in Zusammenarbeit mit dem Landkreis Osnabrück.“ Aus Verwaltungssicht erschließe eine gute Integration von Dissener Neubürgern, darunter zunehmend Zuwanderern, „wichtige Potenziale und beugt problematischen sozialen Entwicklungen vor“. Gute Kontakte zu Zielgruppen, Kontinuität mit festen Ansprechpersonen und eine funktionierende Vernetzung sieht die Verwaltung in der künftigen Integrationsbeauftragten vereint, die seit Jahren Ansprechpartnerin für Migranten und für Engagierte in der Integrationsarbeit sei – mit Integrationsprojekten, Unterstützung etwa des Jugendamts bei Hausbesuchen und beim Dolmetschen oder als Begleiterin von Migranten zu Schulen, Kindergärten oder Ärzten. Mit der offiziellen Berufung, für die sie erstmals eine monatliche Aufwandsentschädigung von 210 Euro entsprechend einer oder eines Seniorenbeauftragten erhält, werde ihre wertvolle Arbeit hervorgehoben und anerkannt. Letzteres Ehrenamt sei derzeit vakant, so Nümann, dafür werde jemand gesucht.

Weit über Dissen hinaus bekannt

Meike Krüger (CDU) dankte dem von neun Engagierten im Jahr 2008 gegründeten Verein „Integrationslotsen Dissen“ für seine „wertvolle Arbeit“: „Integration bedeutet den Abbau von Schwellen, und da sind wir in Dissen mit dem Integrationsverein und Frau Okutur richtig gut aufgestellt“. Um die wichtige Vernetzung zwischen Kommune, Verein und Institutionen für „Lösungen auf kurzem Weg“ weiter zu leisten, sei eine neue Stelle „für eine ehrenamtliche Integrationsbeauftragte richtig und wichtig.“ Okutur gelte schon lange als Ansprechpartnerin und Vermittlerin – weit über die Grenzen Dissens hinaus. „Wir bedanken uns für die engagierte Arbeit.“

„Es wird kein Ehrenamt bleiben können“

Emsal Okutur lebe schon 33 Jahre in Dissen, so Maren Öynhausen (UWG Dissen), habe lange bei Homann gearbeitet, kenne den südlichen Landkreis: „Sie weiß aus eigener Erfahrung, wie es ist, in ein fremdes Land zu gehen, dort die Sprache zu erlernen und eine Familie durchzubringen.“ Nun helfe sie Zuwanderern und seit Jahren zunehmend Flüchtlingen, „in Dissen das Leben zu bewältigen“. Sie spreche türkisch und arabisch und lege ihr besonderes Augenmerk auf Kinder, weil sie wisse, „dass Bildung der Schlüssel“ für die Qualifikation und Integration sei. Die UWG freue sich über die Berufung, prognostiziere aber, „dass die Arbeit bei dieser Bevölkerungsentwicklung aufwendiger und schwieriger“ werde: „Es wird kein Ehrenamt bleiben können.“ Heinz-Günter Stolle (SPD) schloss sich für die SPD-Grünen-Gruppe an: „Ich freue mich, dass wir jemanden für dieses Ehrenamt gefunden haben und auf die Zusammenarbeit von Rat und Integrationsbeauftragter.“


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