Waffe ohne Genehmigung besessen Dissener erscheint mit falschem Verteidiger vor Gericht

Von Danica Pieper

Ein 45-jähriger Mann aus Dissen wurde jetzt wegen unerlaubten Waffenbesitzes vom Bad Iburger Amtsgericht zu einer Geldstrafe von 1800 Euro verurteilt. Symbolfoto: Michael GründelEin 45-jähriger Mann aus Dissen wurde jetzt wegen unerlaubten Waffenbesitzes vom Bad Iburger Amtsgericht zu einer Geldstrafe von 1800 Euro verurteilt. Symbolfoto: Michael Gründel

Dissen/Bad Iburg. Damit hatten die Finanzbeamten sicher nicht gerechnet, als sie die Wohnung eines Disseners durchsuchten: Der 54-jährige Bewohner übergab ihnen einen geladenen Revolver. Das Amtsgericht Bad Iburg verurteilte den Angeklagten jetzt wegen unerlaubten Waffenbesitzes zu einer Geldstrafe von 1800 Euro.

Für Aufregung vor Gericht sorgte der Begleiter des Disseners, der diesen verteidigen wollte, obwohl er nicht als Anwalt zugelassen ist.

„Sie sind nicht als Verteidiger zugelassen“, machte der Vorsitzende Richter dem Begleiter des Angeklagten deutlich, was dieser jedoch nicht akzeptieren wollte. Er stellte einen Befangenheitsantrag, den das Gericht als unzulässig ablehnte, da dieser der Prozessverschleppung diene. Im Laufe der Verhandlung versuchte der Begleiter immer wieder, die Rolle des Verteidigers zu übernehmen, was der Richter jedoch unterband.

Die Staatsanwaltschaft warf dem Angeklagten vor, einen Colt samt Munition bei sich Zuhause aufbewahrt zu haben, obwohl er über keine Erlaubnis zum Besitz von Waffen verfüge. Der Dissener verweigerte die Aussage.

Ein Kommissar der Dissener Polizei sagte aus, von Beamten der Oberfinanzdirektion in Oldenburg gerufen worden zu sein. Diese hatten die Wohnung des wegen Steuerhinterziehung vorbestraften Angeklagten durchsucht, woraufhin er ihnen einen Revolver und die dazugehörige Munition übergab. Der Kommissar stellte daraufhin fest, dass der Colt noch geladen war. Gegenüber der Polizei habe der Beschuldigte angegeben, dass die Waffe aus einem Nachlass stamme.

Das Amtsgericht verurteilte den Angeklagten schließlich wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz zu einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu je 30 Euro. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.


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