Bunter Nachmittag „Ramba Zamba“ im Dissener Lutherhaus

Von Frank Muscheid


Dissen. Es begann beschaulich mit Kaffee und Kuchen und einer bewegenden Kurzandacht von Susanne Holsing, Pastorin der evangelischen Kirchengemeinde St. Mauritius. Der beeindruckende Auftritt der Senioren des Tanzkreises, die Tanzlehrerin Sigrid Kreye regelmäßig in Schwung hält, deutete es schon an: Das wurde am Mittwoch für die 113 meist älteren Gäste eine Volldampf-Veranstaltung im Lutherhaus.

Richtig Stimmung machten zum „bunten Nachmittag“ Anne-Marie Krage und Werner Kövener an ihren Akkordeons – mit zeitlos schönen Gassenhauern zum Mitsingen und Schwelgen.

Mancher hatte sich länger nicht unter Leute begeben, diesmal lohnte es sich richtig. Denn bei dieser Musik fiel es nicht schwer, den Nächsten unterzuhaken, loszuschunkeln und gemeinsam zu singen. „Herzlich willkommen zu fröhlichen Stunden“, so Holsing, die vor der Passionszeit daran erinnerte, dass Gott niemanden ausschließe, immer bei den „Verlaufenen“ und Einsamen sei. Dass auch die Menschen gerade denen einen Platz neben sich anbieten sollten, die sonst gemieden würden. „Jeder ist wertvoll, wir haben es nötig, gesucht und gefunden zu werden.“ Sie lud dazu ein, sich miteinander verbunden zu fühlen und fröhlich zu sein, „das Herz zu öffnen für den bunten Nachmittag“.

Zweiwöchentlicher Rhythmus

Alle vierzehn Tage findet sich im Lutherhaus der Tanzkreis, bei dem selbst Neunzigjährige mittanzen und sich so körperlich und geistig fit halten. Jetzt zeigte die Truppe vor großem Publikum mit einem Schreittanz, was sie drauf hatte. Das feierte das Publikum mit großem Applaus. Genauso belohnten sie auch die grandiosen Akkordeon-Künstler: Anne-Marie Grage aus Telgte, die sich, wegen Zahnweh diesmal Verstärkung aus Ostbevern geholt hatte – Werner Kövener, der den von der Musikerkollegin angebotenen Hocker ablehnte. „Ich brauche meinen Bewegungsfreiraum.“

Knaller der 1930er-Jahre

Der „Schweizer Gruß“ ging natürlich nur mit rotem Federhut, auch „Zirkus Renz“, ein Knaller der 1930er-Jahre, zündete gnadenlos. „Akkordeon war das Instrument damals – wenn man das spielen konnte, war das die halbe Miete“, so Grage, die zugleich bewies, warum. Spätestens mit von Kövener gespielten Seemannsliedern wie „Junge, komm bald wieder“ oder „Das kann doch einen Seemann nicht erschüttern“ sang der ganze Saal mit. Annette Mielke und Gerhild Thieß haben der St.-Mauritius-Gemeinde mit ihrem Fünferteam, selbst gebackenem Kuchen und diesem Programm einen auf Wunsch zwar karnevalsfreien, aber trotzdem knallbunten Nachmittag beschert.