Interview mit Hans Biewener Dissener Jazzclub mit gehobenem Musikangebot in 2015

Louis Armstrong steht als Statue bei ihm zu Hause. Im Jazz-Club sorgt der Swingliebhaber Hans Biewener gemeinsam mit einem ganzen Team von Ehrenamtlichen allerdings für ein breites Stilangebot. Foto: Petra RopersLouis Armstrong steht als Statue bei ihm zu Hause. Im Jazz-Club sorgt der Swingliebhaber Hans Biewener gemeinsam mit einem ganzen Team von Ehrenamtlichen allerdings für ein breites Stilangebot. Foto: Petra Ropers

Dissen. Dynamisch und mit ansteckender Spielfreude geht der Jazz-Club Dissen-Bad Rothenfelde ins neue Jahr: Die „New Orleans Revival Stompers“ aus den Niederlanden bringen am Samstag, 17. Januar, den New-Orleans-Jazz der 40er- bis 60er-Jahre in die stilvollen Clubräume. Zum ersten Mal steht die sechsköpfige Formation auf der Dissener Bühne. Nur vier Wochen später feiern Rod Mason und seine „Hot Five“ ihren fünften Auftritt im historischen Bahnhof.

Die spannende Mischung aus bekannten Bands und neuen musikalischen Gästen kommt an, weiß Hans Biewener. Mit dem Clubvorsitzenden sprach die Neue Osnabrücker Zeitung vor dem Start ins neue Jahr über Fans, Bands und die Philosophie des Clubs.

Herr Biewener, das neue Jahresprogramm steht. Worauf dürfen sich die Jazzfreunde in 2015 freuen?

Nun, wir sind ja in der Region der einzige Jazz-Club mit einem vollständigen Jahresprogramm. Und das bietet immer eine Mischung aus Bands, die vom Publikum in der Vergangenheit besonders gut angenommen wurden wie Rod Mason, und solchen, die zum ersten Mal bei uns auf der Bühne stehen. Dafür erhalten wir im Laufe des Jahres über hundert Angebote.

Nach welchen Kriterien wählen Sie denn die auftretenden Bands aus?

Wir bekommen in der Regel Demo-CDs und entscheiden dann gemeinsam anhand der Hörproben. Dabei müssen die Bands zu unserer Philosophie passen: Wir haben uns als Club bewusst der Pflege der traditionellen Stilrichtungen des Jazz verschrieben und legen dabei Wert auf ein gehobenes Musikangebot. Manchmal erfüllen wir auch Fanwünsche. Die „Schampus All Stars“ aus Soest etwa kommen im Juni auf besonderen Wunsch eines unserer treuen Mitglieder wieder.

Sie haben diesmal auch einen Jazz-Frühschoppen im Programm. Am 5. Juli spielen „Dokter, Jazz & Co.“ vormittags ab 11 Uhr im Bahnhof. Ist das eine Premiere?

Eigentlich nicht, immerhin haben wir 1986 mit Jazz-Frühschoppen angefangen. Die fanden damals noch im „Jever Fass“ statt, bevor wir 1988 das alte Kino in der Rosinenstraße angemietet haben. Auch dort hatten wir bei den Frühschoppen immer besonders guten Besuch. Mit dem Umzug in den Bahnhof hat sich der Schwerpunkt geändert. Doch auf besonderen Mitgliederwunsch wollen wir nun an diese Tradition anknüpfen.

Ein Highlight ist immer das Sparkassen-Jazz-Festival im Sommer. Das ist am 31. Juli und 1. August wieder einmal ganz international.

Allerdings. Aus Polen kommen zum ersten Mal die „Boogie Boys“ mit zwei Klavieren und Schlagzeug. Neu beim Festival ist auch „Papa Pider’s Jazz Band“ aus Schweden. Die „Dixie Heartbreakers“ aus Würzburg haben uns vor zwei Jahren so begeistert, dass wir sie auf der Stelle wieder verpflichtet haben. Und das Glenn Miller Orchestra aus den Niederlanden spielt bereits zum dritten Mal beim Festival. Swing kann eben am allerbesten von einer Big Band dargestellt werden. Deshalb bieten wir erneut diese wunderbare Musik an.

Ihr Club zieht nicht nur Bands, sondern auch Fans aus weitem Umkreis an. Worin liegt eigentlich Ihr Geheimnis?

Tatsächlich kommen rund 70 Prozent der Konzertbesucher aus dem weiteren Umkreis. Und auch unter unseren Mitgliedern sind sehr viele aus der Stadt Osnabrück, aber auch aus Melle und dem benachbarten Westfalen. Das liegt zum einen natürlich an dem vielfältigen Musikangebot. Zum anderen spricht sich die gepflegte Atmosphäre unserer Clubräume herum. Das lockt viele neue Besucher an, die dann meistens auch wiederkommen.

Wie lautet denn Ihr Resümee für das jetzt auslaufende Jahr?

Gerade in 2014 hatten wir deutlich mehr Zuspruch. Eigentlich verzeichnen wir schon seit 2013 eine stetig steigende Resonanz. Dieser Erfolg ist aber nur möglich, weil ein Rad ins andere greift: Hinter dem Jazz-Club steht eine Gruppe von 20 Aktiven, die sich ehrenamtlich engagieren. Das Clubgeschehen ist immer eine Gesamtleistung!


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