Aktionstag zur Abfallvermeidung Lernstandort in Dissen: Verschwendung vermeiden


Dissen. Rund 11 Millionen Tonnen Lebensmittel wandern in Deutschland alljährlich in den Abfall – über die Hälfte davon in den privaten Haushalten. Wie sich mit einfachen Maßnahmen die Lebensmittelverschwendung wirkungsvoll reduzieren lässt, erfuhren rund 30 Kinder, Jugendliche und Erwachsene jetzt im Lernstandort Noller Schlucht.

Zur „Europäischen Woche der Abfallvermeidung“ begaben sie sich auf die Spur des Lebensmittelkreislaufs. Und der beginnt schon auf der Weide, im Stall und auf den Feldern. Lebensmittel wegzuwerfen verschwendet deshalb wertvolle Ressourcen und belastet die Umwelt gleichsam für die Mülltonne. Doch wie lässt sich diese Verschwendung vermeiden? Den Teilnehmern des Aktionstages gab Monika Schotemeier, Leiterin der Pädagogischen Abfallberatung des Lernstandortes, ganz praktische Tipps an die Hand.

Dazu gehört vor dem Einkauf der kontrollierende Blick in Kühlschrank und Vorratsschrank. Eine Einkaufsliste hilft anschließend, nur das zu besorgen, was tatsächlich benötigt wird. Die Vorratshaltung sollte vor allem von verderblichen Lebensmitteln nur in Maßen erfolgen. Das gilt auch für mit Sonderpreisen beworbenen Großpackungen. Denn der Preis zahlt sich ohnehin nicht aus, wenn am Ende die Hälfte im Abfall landet.

Wie müssen die Lebensmittel gelagert werden, damit es gar nicht erst soweit kommt? Das erfuhren die Teilnehmer am Aktionstag bei einem Streifzug durch die Lagerräume des Lernstandortes. In einem Computerquiz bewiesen sie dann ihre Kenntnisse. Das Prinzip der Nachhaltigkeit gilt auch bei der Zubereitung des Mittagessens. Von vornherein so kochen, dass nicht viel weggeworfen werden muss: Diese Devise gelte im Lernstandort schon seit Langem, betonte Geschäftsführer Derk van Berkum. Spätestens beim Frühstück muss deshalb die Zahl der Mittagsgäste feststehen, damit das Essen frisch und in passender Menge gekocht werden kann.

Wenn trotz dieser Vorsorge etwas übrig bleibt, wandert es in die Tiefkühltruhe. Schließlich lässt sich auch aus den Resten noch etwas Leckeres zaubern. „Alle 14 Tage feiern wir dann ein großes Restefest mit buntem Buffet“, erklärt Monika Schotemeier. Für Kleinstreste und alles, was bereits auf dem Teller war, gilt: Essensreste gehören in die Biotonne.

Nur rohes Obst und Gemüse, Kartoffelschalen und Ähnliches dürfen auch auf den Kompost, da Gekochtes und tierische Lebensmittel Ungeziefer anlocken können. Und die Verpackungen? Auch die brauchen nicht zwangsläufig im gelben Sack entsorgt zu werden. Aus leeren Konservendosen etwa lassen sich schmucke Windlichter herstellen. Mit Hammer, Nagel und Schraubstock gingen dazu die Teilnehmer zu Werke. Ihre Windlichter schmücken demnächst die Tische bei der Weihnachtsfeier des Lernstandortes.


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