Zuckerbäckermarkt ohne Kommerz Zuckergebäck neben Raclette in Dissen

Von Stefan Buchholz


Dissen. Klein, quirlig, charmant: Dissens Zuckerbäckermarkt bleibt eine Oase in der Landschaft kommerziell geprägter Weihnachtsmärkte. Bereits zum neunten Mal veranstaltete die evangelisch-lutherische St. Mauritius-Gemeinde den familiär geprägten Markt.

Zur Eröffnung formulierte Dissens Bürgermeister Hartmut Nümann die eisige Südostbrise zu „herrlichem Glühweinwetter“ um. Dabei waren zu diesem Zeitpunkt noch nicht alle der 25 Budenbetreiber im Marktmodus.

Das Team der Realschule kämpfte zu Beginn mit dünnem Crêpeteig. Gegenüber, am Stand des erstmals auf dem Markt vertretenen Stadtrates haderte man mit dem Waffeleisen. Und im Schweizer Hüttli waren zwar Käse, Cornichons und Silberzwiebeln schon da, allein es fehlte der Initiator der neuen Imbisshütte: André Geppert hatte rasch umdisponieren müssen. „Statt der bestellten neun Quadratmeter bekamen wir nur eine Bude mit drei mal zwei Metern“, erklärte der Schweiz-Enthusiast. Man habe deshalb das Zürcher Geschnetzelte zu Hause zubereiten müssen.

Der Einfall, Schweizer Spezialitäten am Fuße des Teutoburger Waldes anzubieten, stammt aus Gepperts zweijähriger Arbeitstätigkeit im Land der Eidgenossen. „Dort habe ich die Kultur kennen- und lieben gelernt und als Ideenimport mitgebracht“, sagte er, während er die erste Portion Raclettekäse hobelte. Am offenen Feuer gleich neben dem Hüttli wärmten sich die jüngeren Marktbesucher beim Stockbrot-Backen auf.

Neben dem Kasperletheater, einer Lebkuchen-Bastelaktion und dem Märchenerzählen für Kinder war auch das Stockbrotangebot ohne Bezahlung zu bekommen. „Wir wollen den Markt für alle Familien möglich machen“, sagte Annette Mielke, eine der Veranstalterinnen der St.-Mauritius-Gemeinde. „Und er soll nicht kommerziell ausgerichtet sein. Gürtel und Haushaltswaren brauchen wir hier nicht“, ergänzt Mitinitiatorin Gerhild Thieß.

Den Zuckerbäckermarkt machten nicht nur das Engagement einzelner Personen und das der Dissener Vereine, Schulen sowie Kindergärten möglich. Auch die Stadt leiste mit dem Aufbau der Stände und der Übernahme der Kosten für Strom und Wasser immens viel Hilfe, schilderte Gerhild Thieß. So blieben für die Budenbetreiber lediglich Kosten von pauschal 75 Euro übrig. Den möglichen Erlös aus dem Verkauf von fair gehandelten Produkten, töpferner Handwerkskunst sowie Strick & Co nebst Kulinarischem können die Zuckermarktbeschicker entweder ganz für sich verwenden oder auch an die Stiftung Dissen spenden.