Zweiter Prozesstag in Bad Iburg Oktoberfest-Schlägerei Dissen: Urteil wohl im Januar

Von Danica Pieper

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Amtsgericht Bad Iburg, Sitzungssaal für Strafsachen Archivfoto: Egmont SeilerAmtsgericht Bad Iburg, Sitzungssaal für Strafsachen Archivfoto: Egmont Seiler

Dissen/Bad Iburg. Der Prozess um drei Dissener und einen Bohmter, die im letzten Jahr nach dem Dissener Oktoberfest einen Vater und seinen Sohn zusammengeschlagen haben sollen, geht weiter: Am zweiten Verhandlungstag hörte das Amtsgericht Bad Iburg weitere Zeugen und erörterte die persönlichen Verhältnisse der Angeklagten.

Zum Auftakt erklärte einer der mutmaßlichen Täter , dass seine ebenfalls in Dissen wohnhaften Mitangeklagten am Abend des Oktoberfests Ecstasy eingenommen haben, was diese jedoch bestritten. Der 26-Jährige erklärte zudem erneut, nicht auf den Vater und seinen Sohn eingeprügelt zu haben, obwohl er am ersten Prozesstag von mehreren Zeugen belastet worden war.

Zu den weiteren Zeugen gehörte eine 26-jährige Dissenerin, die mitbekommen hatte, wie zwei der Angeklagten bei einer Unterhaltung über das Oktoberfest und die Schlägerei in Lachen ausgebrochen sein sollen. Anders als bei ihrer ersten Aussage bestritt sie jedoch, dass die beiden damit geprahlt hätten, Vater und Sohn verprügelt zu haben. Außerdem legte einer der Verteidiger die Rekonstruktion eines Facebook-Chats vor, in der ein weiterer Zeuge dem 26-jährigen Angeklagten mitteilte, dass er von der Polizei bei seiner Aussage „massiv unter Druck“ gesetzt worden sei. Der zuständige Polizist bestritt dies. Die Richterin will den Zeugen nun erneut befragen.

Im Anschluss erörterte das Gericht die persönlichen Verhältnisse von zwei der Angeklagten. Da der Bohmter zum Zeitpunkt der Tat 20 Jahre alt war, ist eine Verurteilung nach Jugendstrafrecht möglich. Dafür spräche die negative Schullaufbahn, wie ein Jugendamtsmitarbeiter erklärte. Der heute 21-Jährige verfüge über keinen Schulabschluss. Andererseits verdiene er als Hilfsarbeiter seinen eigenen Lebensunterhalt und unterstütze seine Familie finanziell: „Er macht sich viele Gedanken über die Zukunft und lebt nicht im Augenblick. Er zeigt ein starkes Verantwortungsbewusstsein“, so der Sozialarbeiter. Der Bohmter ist bereits mehrfach vorbestraft, wie auch sein 26-jähriger Mitangeklagter. Zehnmal ist der Dissener schon verurteilt worden. Zurzeit verbüßt er eine Freiheitsstrafe, da er einen 61-Jährigen verprügelt hat.

Der Prozess wird am 16. Dezember um 14 Uhr fortgeführt. Das Urteil fällt voraussichtlich im Januar.


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