Rote Verführer im KuK-Haus Cartoonist Peter Gaymann zeigt Weihnachtsmänner in Dissen

Von Anke Schneider


Dissen. „Ich war noch nie von so vielen Weihnachtsmännern umgeben“, sagte Klaus-Dieter Weitzel am Freitag bei der Eröffnung der Doppelausstellung von Peter Gaymann und Winfried Bornemann im KuK-Haus. Selten war er aber auch von so vielen Gästen umgeben, die die Ausstellungeröffnung erleben wollten.

Es sei gar nicht so leicht gewesen, den Cartoonisten Peter Gaymann nach Dissen zu bekommen, sagte Klaus-Dieter Weitzel. Zu verdanken gewesen sei das letztendlich Winfried Bornemann, einem Schriftsteller aus Osnabrück, der eine langjährige Freundschaft zu Gaymann pflegt. Das Thema der Ausstellung war nicht zu übersehen. Angesichts der nahenden Adventszeit wimmelte es nur so von Weihnachtmännern.

Die rot bemantelten Skulpturen in den Vitrinen stammen aus der Hobbysammlung von Winfried Bornemann. 1500 Stück in allen Formen und Farben will er gesammelt haben. Ein Hobby – wie er sagt. Eigentlich kennt man Bornemann nicht als Weihnachtsmannsammler, sondern als Witzbold, der Behörden und Amtsträger mit kuriosen Briefen terrorisiert. So fragte er beispielsweise in einem Luxus-Hotel nach, ob er dort mit einem Puma übernachten könne, fordert bei einem Hersteller Stützräder fürs Motorrad und rät der Zigarettenindustrie, Kleinpackungen für Kinder herzustellen, da die jungen Raucher nur über wenig Taschengeld verfügen. Die oft todernsten Antworten sind zum Lachen. Zumindest für die Leser. Und sie haben – gesammelt in seinen Büchern mit dem Titel „Briefmacken“ – Bornemann weit über die Grenzen Niedersachsens hinaus bekannt gemacht.

Über seine Weihnachtsmannsammlung hat der Autor übrigens auch irgendwann einmal ein Buch geschrieben. „Schöne Weihnachts-Männer. Rote Verführer für kalte Tage“ heißt es. Eine weitere Leidenschaft des Osnabrückers sind witzige Inserate. Deren Inhalt und die amüsanten Antworten darauf hat er ebenfalls in einem Buch verewigt. Bei der Ausstellungseröffnung ließ er die Gäste in einer kurzen Lesung an dem skurrilen Inhalt seiner Werke teilhaben.

Das Handwerk von Peter Gaymann ist ein ganz anderes. Er erzählt in Bildern. Jeder hat seine Postkarten – bewusst oder unbewusst – schon mal gesehen. Nach Dissen hat er seine Weihnachtscartoons mitgebracht. Angefangen hat er aber mit Hühnern , was ihm den Spitznamen Hühnervater eingebracht hat. Eines seiner Hühnchen wurde sogar schon auf einer Oster-Briefmarke verewigt.

Im KuK-Haus erzählte der Kölner von seinen Anfängen als Zeichner in den 1980er-Jahren. Er habe Sozialpädagogik studiert, habe zum Entsetzen seiner Eltern aber direkt nach dem Studium begonnen, Hühner zu zeichnen. Aber nicht nur die. „Ich habe alles gezeichnet, was mir vor den Griffel kam“, so Gaymann. Sehr bekannt sind auch seine Paar-Cartoons – und eben seine Weihnachtsmänner.

Zu Freude der Gäste der Ausstellungseröffnung zeichnete Peter Gaymann plötzlich munter drauflos. Zunächst ein Hühnchen, das weinend vor einem Brathähnchen steht und fleht, dass es ihm antworten möge. Dann den Weihnachtsmann, der von einem kleinen Jungen gefragt wird, woher er so viel weiß. Der Mann im roten Mantel sagt darauf nur ein Wort: „Facebook.“ Gaymann ließ die Gäste an seinem Schaffensprozess teilhaben, der von ganz viel Humor, aber auch von Tiefsinn getragen wird. „Ich erzähle immer auch eine Geschichte“, sagte er. Und manchmal ist es auch seine eigene. Der Hühnerflüsterer kam schließlich am Samstag noch mal ins KuK-Haus zurück, um auch seine Bücher zu signieren, die da heißen „Wellness-Hühner“, „saumäßig verliebt“, „Traumpaare“ oder „Yoga-Hühner“. Passend zur Jahreszeit sind in seinem „Huhniversum“ aber auch Koch- und Backbücher, mit herrlichen Cartoons gespickt, entstanden.

Die Ausstellung ist noch bis zum 28. Dezember jeden Samstag und Sonntag von 14 bis 18 Uhr und am ersten und zweiten Weihnachtsfeiertag für Gruppen nach Vereinbarung zu sehen. Weitere Infos am Telefon: 05421/2005.