Laternen, Fackeln und Feuerbälle Gut 700 Teilnehmer bei Laternenumzug in Dissen

Von Anke Schneider


Dissen. „Das ist doch mal ein richtiges Laternenfest“, sagte Hartmut Kleekamp, stellvertretender Stadtbrandmeister bei der Feuerwehr Dissen. Er führte am Sonntag gemeinsam mit seinen Kameraden den großen Laternenumzug der Dissener Kindergärten an. Rund 700 Kinder und Erwachsene nahmen an dem Event teil.

Alle drei Jahre veranstaltet die IHG (Interessengemeinschaft Handel und Gewerbe) gemeinsam mit den Dissener Kindergärten ein gemeinsames Laternenfest. „Kinder sind unsere Zukunft und deswegen beziehen wir sie von Anfang an mit ein“, sagte der IHG-Vorsitzende Ralf Sommermann. Den Dreijahresrhythmus habe man gewählt, weil Kinder in der Regel drei Jahre lang den Kindergarten besuchen. So komme jedes Kind mindestens einmal in den Genuss, bei dem Mammut-Umzug dabei zu sein. Die Geschäftsleute in Dissen verbinden das Fest regelmäßig mit einem verkaufsoffenen Sonntag.

Um 17 Uhr begann das Laternenfest mit einer kurzen Auftaktveranstaltung in der Mauritiuskirche. Auf dem Karlsplatz sammelten sich die Teilnehmer im Anschluss und verwandelten den Platz in ein leuchtendes Laternenmeer. Die Fantasie der großen und kleinen Laternenbauer war bemerkenswert. Kaum jemand hatte eine Laterne von der Stange dabei. Die leuchtenden Pappkonstruktionen waren zum größten Teil selbst entworfen und hergestellt worden. Alle denkbaren Tiere von A wie Affe bis Z wie Zebra waren zu sehen. Aber auch grimmige Monster, Märchenfiguren, Himmelskörper oder Fahrzeuge wie Autos oder Trecker leuchteten in der Menge.

Die Menge marschierte schließlich vom Karlsplatz aus über die Rosinenstraße, die Westendarpstraße, die Südstraße, die Weststraße und die Bahnhofstraße in Richtung Rathausplatz. Begleitet wurde der Zug von der Wiltmann-Kapelle aus Versmold, die viele Kinder- und Laternenlieder im Repertoire hatte. Die Feuerwehrleute umrahmten den Zug mit Fackeln und sperrten die Straßen mit ihren Fahrzeugen ab.

Am Rathausplatz angekommen, warteten Stände mit Bratwurst und Pommes, Glühwein und Kinderpunsch auf die Gäste. „Der Glühwein war schon das erste Mal ausverkauft, bevor der Umzug startete“, wunderte sich Ralf Sommermann, dass das typische Wintergetränk offenbar auch bei frühlingshaften 20 Grad schmeckt. Jedes Kind erhielt von der IHG ein Lebkuchenherz mit der Aufschrift „St. Martin 2014“.

Der Höhepunkt des Laternenfestes war der Auftritt von Daniel Guss aus Georgsmarienhütte, der als „Mr. MagicFire“ kleine und große Gäste mit einer tollen Feuershow begeisterte. Er schleuderte brennende Bälle und Fackeln durch die Luft, zauberte funkende Feuerschweife in die Dunkelheit und spuckte am Ende meterhohe Feuersäulen. Vor allem in den Kinderaugen war grenzenloses Staunen zu lesen. So manch ein Erwachsener dürfte seinem Nachwuchs nach der Show eingebläut haben, dass das, was der Feuerkünstler präsentiert hatte, auf keinen Fall im heimischen Kinderzimmer nachgemacht werden darf.