Maximal zwei Wohnungen bei Neubau Dorfcharakter im Dissener Stadtteil Aschen erhalten

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Dissen. Der Dissener Planungsausschuss hat eine Auflage für Neubauten im Ortsteil Aschen beschlossen. Künftig dürfen bei neuen Gebäuden maximal zwei Wohneinheiten entstehen. Dissens Stadtplaner Mahmoud Nowroozi-Yeganeh sagt: „Damit wollen wir einen Impuls geben, alte Scheunen und damit den Dorfcharakter von Aschen zu erhalten und eine städtebauliche Fehlentwicklung vermeiden.“

Auslöser für den Beschluss war die Befürchtung, dass alte sanierungsbedürftige Bauernhäuser abgerissen und durch große Wohnblöcke ersetzt werden. Einen Abriss hat es in dem Ortsteil mit mehr als einem Dutzend Bauernhäusern bereits gegeben. Der Aschener, dessen Frau dieses Bauernhaus gehörte, will namentlich nicht erwähnt werden. Er sagt: „Das ist hier ein Strukturproblem. Früher war hier jeder Eigentümer auch Landwirt. Jetzt sind nur noch ein Bauer und ein Pferdehof übrig geblieben.“ Jeder habe Schwierigkeiten, die riesigen und mehr als 100 Jahre alten Bauernhäuser instand zu halten. Er selbst habe die Erfahrung gemacht, dass das ehemals als Scheune genutzte Nebengebäude des Bauernhauses von Dutzenden dem Alkohol stark zugeneigten Personen besetzt worden sei. „Danach war das Haus in so einem Zustand, dass man Angst hatte, sich anzustecken, wenn man nur durchlief“, sagt der Aschener. Seinen Angaben zufolge hätte eine Kernsanierung mehr als eine Million Euro gekostet, sodass in diesem Frühjahr nur noch der Abriss geblieben sei. Das 8000 Quadratmeter große Grundstück habe er parzelliert, sodass dort fünf Ein- oder Zweifamilienhäuser entstehen könnten. „Zwei Grundstücke davon habe ich bereits verkauft“, sagt er. Die anderen lasse er gerade über einen Makler verkaufen. Die Ergänzung des Bebauungsplanes durch den Planungsausschuss begrüßt er dennoch: „Schön, dass das gemacht wird und keine riesige Wohnanlage dort entstehen kann“, betont er. Schließlich lebe er selbst in Aschen und wolle, dass der Ortsteil attraktiv bleibt.

Aus diesem Grund hatte die Stadt es auch gestattet, dass die Nebengebäude der Bauernhäuser, in denen sich in der Regel Scheunen befinden, nach einer entsprechenden Sanierung auch zu Wohnzwecken umgenutzt werden könnten. Der Aschener sieht das jedoch skeptisch, „denn das ist sehr teuer, und da stellt sich natürlich die Frage nach Aufwand und Ertrag“, sagt er. Daher sei es gut möglich, dass andere Aschener bald dem Beispiel seiner Frau folgten, die das marode Bauernhaus abreißen ließ. Deshalb sehe er es auch positiv, dass gewährleistet sei, dass neben den Bauernhäusern nun zumindest nur Ein- und Zweifamilienhäuser entstehen könnten. Auch Stadtplaner Nowroozi-Yeganeh betont, dass der Planungsausschuss „mit dem Beschluss Klarheit auch für die Zukunft schaffen konnte“.


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