Discounter droht mit Wegzug Aldi-Erweiterung in Dissen scheitert im Ausschuss

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Der Aldi-Markt in Dissen will sich um rund 300 Quadratmeter vergrößern. SPD und Grüne sind skeptisch. Foto: Egmont SeilerDer Aldi-Markt in Dissen will sich um rund 300 Quadratmeter vergrößern. SPD und Grüne sind skeptisch. Foto: Egmont Seiler

Dissen. Die Stadt Dissen läuft Gefahr, dass sie ihren Aldi-Markt verliert. Im Planungsausschuss am Dienstagabend haben SPD und Grüne gegen eine Erweiterung des Marktes gestimmt. Vertreter des Lebensmitteldiscounters hatten aber einen Standort-Wechsel angedroht, wenn der Markt nicht erweitert werden kann.

Der SPD-Fraktionschef Heinz-Günter Stolle (SPD) bezeichnet einen neuen Bebauungsplan als massiven planerischen Eingriff. „Wir sehen große Probleme aus städtebaulicher Sicht hinsichtlich der Zentralität“, kritisierte er. Eine Erweiterung des Aldi-Marktes bedeute eine große Schwächung der Großen Straße. Geschäftsleute dort müssten wegen des zunehmenden Online-Konsums ohnehin kämpfen.

Christdemokrat Michael Menzel sprach hingegen von „reiner Dickköpfigkeit“. Der Aldi-Markt werde gegenüber dem bisherigen Bebauungsplan nur um vier Meter in Richtung Teutoburger Straße erweitert. Auch Fraktionskollege Jochen Meyer zu Drewer pflichtete ihm bei, dass die Erweiterung keine Gefahr für die Große Straße darstelle. Jürgen Dallmeyer (FDP) sprach sich ebenfalls für eine Erweiterung aus, weil die Gefahr bestehe, dass Aldi sich sonst einen anderen Standort suche. Den vier Stimmen für die Erweiterung von CDU und FDP standen vier Gegenstimmen von SPD und Grünen gegenüber.

Stadtplaner Mahmoud Nowroozi-Yeganeh warnte vor einer großen Fehlentwicklung, wenn ein geänderter Flächennutzungsplan auch bei der Ratssitzung am 13. Oktober abgelehnt werde und Dissen als Konsequenz daraus Aldi verliert: „Wir müssen dafür sorgen, dass Aldi erweitert werden kann, sonst verliert Dissen im Kernbereich einen Markt mit großer Magnetwirkung.“

Insgesamt soll die Verkaufsfläche um rund 300 Quadratmeter auf dann 984 Quadratmeter vergrößert werden. Laut Nowroozi-Yeganeh fallen durch die Erweiterung sieben Parkplätze weg. Allerdings seien danach auch 64 Parkplätze noch völlig ausreichend.

Der Leiter für Immobilien und Expansion bei Aldi, Andreas Westerkofort, sagt auf Anfrage unserer Zeitung, dass die Verbreiterung um 1,20 Meter ausschließlich den Gangbreiten im Verkaufsraum zugutekomme. Der größere Verkaufsraum sei aufgrund einer Grundsatzentscheidung im Hause notwendig. Das Einkaufen solle künftig bequemer werden, um die Aufenthaltsdauer im Markt zu verlängern. „Altere Kunden und Mütter mit Kindern bedürfen mehr Platz vor den Regalen“, betonte Westerkofort. Ein zusätzliches Sortiment werde es nicht geben, Produktveränderungen der letzten Jahre machten aber vergrößerte Kühlregalbereiche, mehr Tiefkühlinseln und einen breiteren Obst- und Gemüsebereich notwendig. Der Markt soll moderner werden.

Voraussetzung dafür ist, dass Dissens Politik ihn moderner werden lässt.


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