Im alten Stellwerk Dissener Ferienkinder basteln wie die Amateurfunker

Den Reiz elektronischer Basteleien erleben die Ferienkinder im alten Stellwerk. Foto: Petra RopersDen Reiz elektronischer Basteleien erleben die Ferienkinder im alten Stellwerk. Foto: Petra Ropers

Dissen. Kann man eine Glühbirne wie eine Kerze auspusten? Eigentlich nicht – es sei denn, man bastelt im alten Stellwerk in Dissen an elektronischen Spielereien herum. Das historische Gebäude in der Nähe des Bahnhofs ist das Domizil des Ortsverbandes Osning des Deutschen Amateur Radio Clubs (DARC). Bei der Aktion des Ferienpasses gaben die Amateurfunker ihre Begeisterung für elektronische Basteleien an die Kinder weiter.

Die Glühbirne ist nur der Anfang der elektronischen Bastelei. Die Kinder vom Ferienspaß fertigten unter fachkundiger Anleitung jedoch ihren individuell gestalteten „Heißen Draht“. Auf einer Pappplatine löteten sie die einzelnen Bauteile fest. „Das hier sind Widerstände. Die sorgen dafür, dass nicht zu viel Strom kommt“, erklärte Evelyn und befestigte die winzigen Teile an ihrem Platz.

Transistoren zur Verstärkung, Kabelverbindungen zur Batterie, Draht, Lämpchen und Öse: Bis zum ersten Testlauf war ganz schön viel zu tun. Linus hatte im Umgang mit dem Lötkolben allerdings schon Routine. Schließlich kommt er seit zwei Jahren regelmäßig zur Elektronik-AG des Clubs ins alte Stellwerk. „Ich habe schon eine Gegensprechanlage und eine Türklingel gebaut“, erzählte er. Ziemlich aufwendig war der Bau seines elektronischen Stundenplans.

Elektronik-AG

Der lässt bei einem Druck auf die Taste für den entsprechenden Wochentag alle anstehenden Schulfächer aufleuchten. Um die Schultasche zu packen, ist das eine ziemlich praktische Erfindung. Auch die Glühbirne zum Auspusten ist eine Knobelei der Elektronik-AG. Und in der sind alle Jungen und Mädchen ab zehn Jahren willkommen.

„Wir möchten es fördern, wenn Kinder sich für Elektronik interessieren“, begründete Marco Holleyn das Engagement des Clubs. Denn für dessen Mitglieder liegt in der Beschäftigung mit der Technik ein wesentlicher Reiz des Amateurfunks.

Nicht einfach losfunken

Einfach so drauflosfunken, das ist natürlich bei aller Begeisterung für den Funk nicht erlaubt. Eine ganze Reihe von Lehrgängen und Prüfungen sind erforderlich, um ganz ohne Smartphone mit dem anderen Ende der Welt funkend Verbindung aufzunehmen.

Elektronische Basteleien sind dazu ein erster kleiner Schritt. Und wenn anschließend die richtigen Lämpchen aufleuchten, macht die Feinarbeit mit dem Lötkolben auch richtig viel Spaß.


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