Strengere Auflagen für Kettler’s Reisedienst Keine Auffälligkeiten bei Sonderprüfung für Dissener Busse

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Strengere Auflagen für das Dissener Unternehmen „Kettler‘s Reisedienst“ sind im neuen Konzessionsvertrag geplant. Foto: SchulteStrengere Auflagen für das Dissener Unternehmen „Kettler‘s Reisedienst“ sind im neuen Konzessionsvertrag geplant. Foto: Schulte

Dissen. Immer wieder hatte die Bundespolizei Busse des Dissener Unternehmens „Kettler’s Reisedienst“ mit erheblichen Mängeln aus dem Verkehr gezogen. Bei zusätzlichen Prüfungen des Landkreises gab es zuletzt jedoch nichts zu beanstanden. Bei der neuen Konzession soll es trotzdem „strengere Auflagen“ geben, kündigte Landkreis-Sprecher Henning Müller-Detert an.

Eklatante Mängel, ein brennender Bus an der A7 vor Hamburg: So schnell sind die lebensgefährlichen Pannen des Dissener Unternehmens „Kettler‘s Reisedienst“ nicht vergessen. Auch jetzt nicht, da die Sonder-Kontrollen, die der Landkreis als Aufsichtsbehörde angeordnet hatte, das Unternehmen klar entlasten. „Keine Auffälligkeiten“, fasste Landkreis-Sprecher Henning Müller-Detert das Ergebnis der Überprüfungen zusammen. Ein Reisebus, der der Bundespolizei mit „erheblichen Mängeln“ aufgefallen war, musste im Juli außerplanmäßig zur Hauptuntersuchung. Alle Mängel seien fristgerecht behoben worden. Auch ein Bus, der in Berlin gestoppt und noch vor Ort repariert wurde, konnte weiterfahren. Ein dritter, bei dem die Mängel noch nicht behoben sind, ist außer Betrieb gesetzt. „Es gibt momentan nichts zu beanstanden“, sagte Müller-Detert.

Die Prüfbücher, in denen das Ergebnis der vierteljährlichen Sicherheitsuntersuchung protokolliert wird, hatte der Kreis für rund 20 Busse der Flotte von „Kettler’s Reisedienst“ zusätzlich angefordert. Sie wiesen „keine Auffälligkeiten“ auf, so der Sprecher.

Uneingeschränkt grünes Licht gibt es trotzdem nicht. Denn was bei angekündigter Kontrolle funktioniert, war bei unangekündigten Untersuchungen der Bundespolizei zu oft fehlgeschlagen: Beamte hatten die Reisebusse aus Dissen wegen grober Mängel allein fünfmal in einem Zeitraum von drei Monaten aus dem Verkehr ziehen müssen. Ein Bus war am 30. Juni 2014 auf einer Raststätte an der A7 bei Hamburg sogar ausgebrannt . 78 Schüler aus Schleswig-Holstein, die auf einer Klassenfahrt nach England unterwegs waren, konnten sich gerade noch rechtzeitig retten.

„Wir als Aufsichtsbehörde müssen den Sicherheitsgedanken sehr ernst nehmen“, sagte Müller-Detert auch mit Blick auf diese Szenarien. Deshalb wird der Landkreis bei der neuen Konzession für das Busunternehmen, die am 2. September fällig wird, genau hinschauen. „Es wird strengere Auflagen geben“, kündigte Müller-Detert an. Eine kürzere Laufzeit der Konzession sei zum Beispiel im Gespräch. Der letzte Vertrag lief über fünf Jahre. „Wir müssen uns wie alle anderen auch an das halten, was das Gesetz vorgibt“, sagte Ulrike Kettler, Geschäftsführerin des Busunternehmens aus Dissen. Geklappt hatte das in der Vergangenheit nicht immer. Wenn die Laufzeit der Konzession für ihr Unternehmen nun verkürzt werde, könne sie das nach der Mängel-Serie durchaus nachvollziehen. Woran genau sich „Kettler’s Reisedienst“ künftig halten muss, wird momentan in Gesprächen zwischen dem Landkreis und dem Unternehmen geklärt.


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