Landkreis zieht Konsequenzen Bemängelte Busse aus Dissen werden erneut geprüft

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Osnabrück. Der Landkreis Osnabrück zieht Konsequenzen nach auffälligen Polizeikontrollen des Dissener Busunternehmens „Kettler’s Reisedienst“: Zwei Reisebusse, die in den vergangenen Wochen während Klassenfahrten mit „erheblichen Mängeln“ beanstandet wurden, sollen außer der Reihe eine neue Hauptuntersuchung nachweisen. Ein Bus des Fuhrparks war Ende Juni bei einer Klassenfahrt vor Hamburg ausgebrannt. Besorgte Reisegruppen stornieren derweil Fahrten mit dem Unternehmen.

Auf die außerplanmäßigen Hauptuntersuchungen (HU) verständigte sich der Kreis als Aufsichtsbehörde mit dem Unternehmen, wie beide Seiten am Dienstag bestätigten. Der Landkreis hatte dem Busbetrieb bis Montag eine Frist gesetzt zu erklären, warum ein Fahrzeug der Flotte innerhalb kurzer Zeit zweimal bei Polizeikontrollen mit denselben Mängeln auffallen konnte, obwohl dazwischen die Prüfung durch einen öffentlich bestellten Fahrzeugprüfer lag, der die Behebung eben dieser Mängel bestätigt hatte. Die Stellungnahme reichte das Unternehmen fristgerecht ein. Zum Inhalt der Erklärung wollte sich Geschäftsführer Hans-Jochen Kettler zunächst nicht äußern.

Der fragliche Bus war Ende Mai in Berlin vorläufig aus dem Verkehr gezogen worden. Gleiches geschah Anfang Juni mit demselben Fahrzeug in Hamburg. Ermittler bestätigten unserer Redaktion, dass in beiden Fällen dieselben Mängel festgestellt wurden.

Bei diesem Bus und bei einem weiteren Fahrzeug, das in der vergangenen Woche während einer Klassenfahrt in Bayern nahe der tschechischen Grenze bei einer Polizeikontrolle durchfiel, soll nun die bei Reisebussen normalerweise jährlich erforderliche Hauptuntersuchung vorgezogen werden. Bis zum 22. Juli soll „Kettler’s Reisedienst“ die Auflage des Landkreises erfüllen. Durchführen soll die HU eine andere Prüfinstitution als jene, die im Juni die fragliche Prüfung des doppelt auffälligen Busses zu verantworten hatte.

Das Bekanntwerden der wiederholten Beanstandungen durch die Polizei in der vergangenen Woche sorgte derweil für Aufruhr bei besorgten Lehrern und Eltern. Mehrere Fahrten des Unternehmens wurden storniert, wie Kettler bestätigte.

In fünf Fällen waren Busse des Dissener Reisedienstes in den vergangenen drei Monaten mit „erheblichen Mängeln“ bei Polizeikontrollen beanstandet worden. 23 Reisebusse zählt der Fuhrpark insgesamt.

Am 30. Juni war ein Fahrzeug der Flotte auf einer Raststätte an der A 7 bei Hamburg ausgebrannt . 78 Schüler aus Schleswig-Holstein, die auf einer Klassenfahrt nach England unterwegs waren, konnten sich rechtzeitig aus dem Bus retten. Die Hamburger Polizei hatte die Brandermittlungen eingestellt. Sie ging von einem „technischen Defekt“ als Brandursache aus. Geschäftsführer Hans-Jochen Kettler will das ausgebrannte Buswrack noch in dieser Woche von einem unabhängigen Brandermittler untersuchen lassen.


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