Beifahrerin geht es besser Dissener Unfall: Fahrer hatte nicht getrunken

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Rufen zu größerer Vorsicht im Straßenverkehr auf: Kreisrat Winfried Wilkens (von links), Bürgermeister Hartmut Nümann, Manfred Motzek vom Landkreis und der Leiter der Polizeistation Dissen Walter Sollmann. Foto: Hermann PentermannRufen zu größerer Vorsicht im Straßenverkehr auf: Kreisrat Winfried Wilkens (von links), Bürgermeister Hartmut Nümann, Manfred Motzek vom Landkreis und der Leiter der Polizeistation Dissen Walter Sollmann. Foto: Hermann Pentermann

Dissen. Vier Wochen sind vergangen, seit bei dem schweren Unfall in Dissen-Erpen vier Jugendliche gestorben sind. Die Beifahrerin, eine 16-jährige Bad Iburgerin, wurde verletzt. Inzwischen geht es ihr wieder besser. Und es steht fest: Der Fahrer des Wagens hatte keinen Alkohol getrunken. Alle fünf Insassen des Wagens waren angeschnallt. Das erklärte ein Mitarbeiter der Polizeistation Dissen am Mittwoch auf Anfrage. Der Landkreis Osnabrück hat jetzt auf der Osnabrücker Straße zwei Tafeln aufgestellt, die vor der Unfallstelle warnen sollen – vier Wochen lang.

„Wir möchten die Autofahrer zu einer vorsichtigen Fahrweise aufrufen“, sagte Kreisrat Winfried Wilkens auf der Kreisstraße 347. Bevor eine Gewöhnung eintritt, werde die Tafel wieder abgebaut. „Wir hoffen, dass die Gefahr in den Köpfen ankommt.“

Für den Landkreis seien tragische Unfälle wie der vor vier Wochen in Dissen ein Anlass, genauer hinzusehen. Manfred Motzek vom Landkreis fährt zu jedem Schauplatz besonders schwerer Unfälle, um die Verhältnisse vor Ort einschätzen zu können. Wilkens: „Das mündet dann in eine Verkehrsschau.“

So geschah es auch in Dissen. Genau drei Wochen nach dem tödlichen Unfall hat der Landkreis eine Geschwindigkeitskontrolle auf der Osnabrücker Straße durchgeführt. Gemessen wurde von 15.45 Uhr bis 21.30 Uhr – bei ähnlichen Wetterverhältnissen wie am Tag des Unfalls. Das Messgerät stand nicht sichtbar etwa 100 Meter von der Unfallstelle entfernt, in gleicher Fahrtrichtung wie das Fahrzeug der Jugendlichen.

„Von 954 überprüften Fahrzeugen fuhren lediglich sechs zu schnell“, berichtete Motzek. Das spreche für eine gute Akzeptanz der zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 70 Stundenkilometern.

Damit habe sich das Ergebnis der 72-stündigen Messung der Stadt Dissen einige Tage nach dem Unfall bestätigt. Danach fuhren fast 90 Prozent langsamer als 70 km/h. Zudem, so Wilkens und Motzek, liegt die Verkehrsbelastung der Osnabrücker Straße mit 3800 Fahrzeugen pro Tag im mittleren Bereich. Der Zustand der Straße sei einwandfrei.

Allerdings betonte Dissens Bürgermeister Hartmut Nümann: „Das ist schon eine stark befahrene Straße.“ Nach dem Bau der Autobahn 33 seien hier zunächst wesentlich weniger Fahrzeuge unterwegs gewesen. „Inzwischen sind es wieder erheblich mehr.“

Als Ursache des tödlichen Unfalls Mitte September geht die Polizei von nicht angepasster Geschwindigkeit aus. „Bei Regen können auch 70 Stundenkilometer zu schnell sein“, betonte Walter Sollmann, Leiter der Polizeistation Dissen. Entscheidend sei, ob die Geschwindigkeit den Verhältnissen angepasst ist. Sollmann mahnte die Autofahrer: „70 km/h ist nicht die Mindestgeschwindigkeit.“

Für eine Verringerung der Höchstgeschwindigkeit auf der Osnabrücker Straße gebe es auch aufgrund der geringen Zahl von Unfällen keinen Anlass, findet der Landkreis. Die Tempomessungen werden nach dem Abbau des Unfallschildes fortgesetzt.

Insgesamt liegt die Zahl der Verkehrstoten landkreisweit in diesem Jahr leicht höher als im gleichen Vorjahreszeitraum. 2012 waren im Oktober 17 Menschen im Straßenverkehr tödlich verunglückt. In diesem Jahr sind es bereits zwei mehr.


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