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Jazz-Club Dissen-Bad Rothenfelde wird 25 Jahre – Traditioneller Jazz in allen Varianten Eine Sause der besonderen Art

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Auch die Altmeister Hugo Strasser, Max Greger und Paul Kuhn (von links) waren schon im Jazz-Club. Foto: Archiv/dpaAuch die Altmeister Hugo Strasser, Max Greger und Paul Kuhn (von links) waren schon im Jazz-Club. Foto: Archiv/dpa

Dissen. „25 Jahre Lebensfreude“ ist auf dem Sonderlogo zu lesen, das auf der Broschüre zum Jubiläums-Programm aufgedruckt ist: Seit 25 Jahren besteht der Jazz-Club Dissen-Bad Rothenfelde. Anlass für den Club, seinem Publikum ein besonders erstklassiges Programm anzubieten, Anlass aber auch, mal einen Blick in die Clubgeschichte zu werfen und einen Ausblick zu wagen.

„Man muss schon ein bisschen verrückt sein, um sich so einer Aufgabe zu widmen, aber ich mache keine halben Sachen“, betont Hans Biewener, der dem 200 Mitglieder zählenden Verein seit Beginn der 90er-Jahre vorsteht. „Ich allein bin aber nicht wichtig, entscheidend ist, dass eine ganze Mannschaft mit Begeisterung hinter der Führung steht, denn Begeisterung und Optimismus sind die Beine des Lebens“, sagt der Vorsitzende.

Wie ein Räderwerk funktioniert nach Bieweners Worten die Arbeit des Vereins, Aufgaben wie Programmgestaltung oder Pressearbeit werden klar delegiert, jeder hat seinen Bereich, neu installiert wurde soeben ein Sekretariat.

Dreh- und Angelpunkt des Club-Lebens ist das historische Gebäude des alten Bahnhofs, in dem die Jazzfreunde seit 1992 residieren: Kein dunkles Kellerlokal, sondern stattdessen eine kuschelige Atmosphäre in gepflegten Räumen, ein Kleinod eben: „Unser Pfund ist das Publikum, und das ist entsprechend“, stellt Biewener klar.

Auf das positive Ambiente wirkt sich sicher auch das gute Verhältnis des Clubs zu Franz Gausepohl und seiner Familie aus: Der Unternehmer hatte im Jahre 2002 den Bahnhof erworben und stellt dem Jazz-Club nach wie vor das sogenannte Empfangsgebäude für die Veranstaltungen zur Verfügung. Und hier stimmt nicht nur die räumliche Ausstattung; auch die Licht- und Tontechnik sind hervorragend aufeinander abgestimmt.

„Die Mischung macht’s“: Bewusst setzt der Jazz-Club Dissen-Bad Rothenfelde bei seiner Programmgestaltung auf Jazzgrößen, die national und international gefeiert werden, aber auch auf neue, kleine junge Formationen. Besonderes Augenmerk wird darauf gelegt, die Bandbreite der Stilrichtungen sowie eine lebendige Eigeninterpretation der Musiker zu gewährleisten.

„Traditional Jazz in allen Varianten, Blues und Boogie-Woogie, das ist unsere Philosophie. Für Hot-Jazz und Pop ist unser Publikum nicht zu begeistern,“ ergänzt Club-Vize Friedhelm Spöler. Die vom Verein verpflichteten Bands sind von Rang und Namen: Chris Barber, Mister Acker Bilk oder das SWR-Rundfunkorchester mit den drei Altmeistern Hugo Strasser, Max Greger und Paul Kuhn: Sie alle haben schon im weltweit einzigen Jazz-Club mit Gleisanschluss musiziert. „Viele von ihnen waren so begeistert, dass es bei einem Besuch nicht geblieben ist“, freuen sich Biewener und Spöler.

Großen Wert legt der Club auch von jeher auf die Präsenz mitteldeutscher Bands, und das nicht erst seit der Wende. Auch Formationen aus Polen, Litauen und Russland sind gern gesehene Gäste.

Einer der letzten international berühmten großen New-Orleans-Musiker, Max Collie, adelt den Club auf seine Weise: Nach sechs Auftritten im alten Bahnhof rief der Alt- und Weltmeister des Jazz jüngst in Dissen an und fragte nach, ob er seinen nächsten Geburtstag – es ist der 80. – im Club feiern kann. Keine Frage, er kann und sorgt damit für ein Novum. Denn wenn Collie am 20. Februar ab 20 Uhr zur Tuba greift, um in seinen Geburtstag hineinzufeiern, ist es das erste Mal, dass ein Konzert am Sonntagabend stattfindet. „Es wird eine Sause der besonderen Art“, verspricht der Vorstand.

Nicht nur Collie, auch die Gründungsmitglieder sind allmählich in die Jahre gekommen, jedoch nicht müde, den eingeschlagenen Weg weiterzugehen.

Für die Zukunft wünschen sich die alten Hasen des Jazz, dass sich mehr junge Leute im Verein engagieren. Nachwuchs zu finden sei aber wohl nicht nur ein Problem des Jazz-Clubs, sondern allgemein eine „Schwäche Deutschlands“, meint Hans Biewener.


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