Unsicherheit über richtigen Standort Wieder Diskussionen um Kita-Neubau in Dissen – "Wir kommen so nicht weiter"

Dissen will eine neue Kita bauen. Aber bei der Standortwahl gibt es Hürden.Dissen will eine neue Kita bauen. Aber bei der Standortwahl gibt es Hürden.
Alexander Heim

Dissen. Dass Dissen einen neuen Kindergarten braucht, ist für Verwaltung und Politik unstrittig. Eigentlich hatte man sich bereits auf einen Standort geeinigt. Doch erneut gibt es Diskussionen.

Wenn es nach den Vorstellungen von Dissens Bürgermeister Eugen Görlitz geht, ist die Sache relativ einfach: Natürlich soll am Beschluss des (alten) Rates festgehalten werden. Von sieben potenziellen Standorten für einen neuen Kindergarten sah der Rat die Neubausiedlung im Baugebiet Robert-Koch-Straße als die am besten geeignete Stelle an. „Die Verwaltung hat den Auftrag bekommen, eine Kita zu planen. Den schnellsten Zugriff hätten wir auf die NLG-Fläche. Schließlich benötigen wir dringend und schnell eine Kita“, erklärte das Stadtoberhaupt jetzt im jüngsten Planungsausschuss.

Seine Idee hätte zudem den Charme, dass ein beschleunigtes Verfahren möglich wäre und das Bauvorhaben damit weniger kostenintensiv. Allerdings hat die Sache zwei kleine Haken. Denn zum einen darf das Gebiet, auf dem gebaut wird, dann nicht größer als 10.000 Quadratmeter sein. Zum anderen müsste es auch für allgemeine Wohnbebauung ausgewiesen werden. „Sonst“, führte Eugen Görlitz aus, „hätten wir ein Sonderbaugebiet ausweisen müssen.“

Warum war Kita nicht direkt ausgewiesen?

„Der alte Rat hat mehrheitlich entschieden, dass die neue Kita dorthin soll“, räumte Wolfgang Dettmer (CDU) ein. Und zeigte sich dennoch verwundert: „Ich bin überrascht, dass da nicht nur eine Kita, sondern auch ein Baugebiet ausgewiesen wird. Mit dem Baugebiet haben wir so unser Problem.“ Andererseits sieht er auch: „Wir wissen, dass wir die Kita zeitnah benötigen“.

„Wenn Bedarf im Quartier ist, ist klar, dass da auch eine Kita hingehört“, erklärte Cornelia Ferber (Wir für Dissen). Ihr fehlte allerdings die Bedarfsplanung. Wegen Corona sei diese nicht fortgeschrieben worden. Zudem fragte sie sich, warum im Baugebiet nicht ohnehin und von vorneherein eine Fläche für die Kita ausgewiesen worden sei.

Alexander Heim

Das Ende des Baugebietes – also der Bereich Albertinenstraße – sei ihrer Ansicht nach nicht „Standort der ersten Wahl.“ Denn die Fraktion „Wir für Dissen“ vermutet damit einhergehend für die Zukunft ein hohes Verkehrsaufkommen quer durch die Siedlung.

„Gerade die Fahrproblematik war der Grund für uns, die Kita eher an die Osnabrücker Straße zu legen“, rief Denise Warnek (CDU) da noch einmal in Erinnerung. „Die Eltern, die jetzt bauen, werden ihre Kinder vier Jahre später nicht mehr im Kindergarten haben“, gab sie zu bedenken. Gerade ihnen könnte dann auf Dauer der Fahrlärm unangenehm werden. "Man muss Zugriff auf die Fläche haben“, merkte Ausschuss-Vorsitzender Jürgen Dallmeyer an. „Das ist im Neubaugebiet der Fall.“

"Nachverdichtung das A und O"

Also die Kröte mit der Wohnbebauung zugunsten einer raschen Umsetzung schlucken? „Das kommt für uns absolut nicht in Frage“, machte Hartmut Nümann (SPD) deutlich. „Wenn wir das Krankenhausgelände bebauen, haben wir genügend Wohnraum.“

„Ich habe im Wahlkampf gesagt, dass Nachverdichtung das A und O ist. Wir dürfen nicht in den Außenbereich gehen“, warb Bürgermeister Eugen Görlitz für seinen Vorschlag. Zwar werde er sich natürlich einer Mehrheitsentscheidung fügen. „Aber es wird teurer bei einem Sonderbaugebiet.“ Zudem könnten zwei Jahre ins Land ziehen, ehe es einen rechtskräftigen Bebauungsplan gäbe. Und erst dann könnte mit dem eigentlichen Bauen begonnen werden.

Alexander Heim

„Wir sollten das nicht im Dezember übers Knie brechen“, warb Cornelia Ferber dennoch. Die Zeit bis zum Frühjahr sollte man für Gespräche mit den Anwohnern nutzen, fand sie. Der Ausschussvorsitzende Jürgen Dallmeyer schlug vor, die Verwaltung möge nun „abklopfen“ wie man zu einer anderen Regelung kommen könne. „Wir können uns nicht zwei Stunden lang im Kreis drehen.“

Standortfrage wird vertagt

Margitta Varwig (Grüne) regte zudem an, dann auch noch einmal über das Thema der Verkehrsführung nachzudenken. Am Ende beschloss der Ausschuss, eine Entscheidung zu vertagen.


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