Pfingstsamstag wird Astrazeneca verimpft Impfaktion für alle in Dissen fällt kleiner aus als erhofft

Am Samstag regelt die Feuerwehr den Zugang zum Medizinischen Versorgungszentrum, in dem dann 200 Dosen Astrazeneca verimpft werden.Am Samstag regelt die Feuerwehr den Zugang zum Medizinischen Versorgungszentrum, in dem dann 200 Dosen Astrazeneca verimpft werden.
Achim Köpp

Dissen. Am Pfingstsamstag, 22. Mai, bietet das Medizinische Versorgungszentrum an der Westendarpstraße eine Impfaktion für alle ab 18 Jahren an. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Doch einen Wermutstropfen gibt es: Dr. Karin Bremer und ihre Kolleginnen können längst nicht so viele Menschen impfen, wie sie es geplant hatten.

Noch am Mittwoch vergangener Woche hätte ihnen der Großhändler 600 Dosen Astrazeneca zugesagt, sagte MVZ-Leiterin Bremer am Dienstag auf NOZ-Anfrage. Zwei Tage später sei der Auftrag plötzlich gestrichen worden. Mühsam konnte sich die Praxis 200 Dosen organisieren. "Das ist nicht viel und sehr schade, weil es so viele impfwillige Menschen gibt und wir täglich von Mails und Anfragen überrollt werden." Der Markt scheine überraschend völlig leergefegt zu sein. Deshalb könne ihr Team am Samstag nur Restbestände verimpfen.

Während sie Astrazeneca noch vor Kurzem hätte anpreisen und schmackhaft machen müssen, habe sich die Einstellung vieler Impfwilliger mit der Freigabe der Priorisierung für den Impfstoff gewandelt. "Jetzt möchten sich auch viele Jüngere mit diesem Impfstoff immunisieren lassen." Für Bremer eine positive Entwicklung, die aber im täglichen Praxisbetrieb noch mehr Druck aufbaut.

Es wird Druck ausgeübt

"Unsere Medizinischen Fachangestellten sind extrem motiviert, aber sie tragen die Hauptlast des Drucks, den einige Patienten ausüben, um einen schnelleren Impftermin zu bekommen." Dabei habe sie durchaus Verständnis für die Nöte der Patienten – aber eben auch für ihre Mitarbeiterinnen. Die Impfaktion am Samstag sollte auch ihnen einen Teil des Drucks nehmen. Gut 200 Patienten pro Woche während der laufenden Sprechstunden zu impfen sei sehr anstrengend. "Solch eine Aktion macht ein ruhigeres und gezielteres Arbeiten möglich."

"Wir wollten unsere Warteliste kleiner impfen", mit dieser Hoffnung waren Bremer und ihr Praxis-Team in die kurzfristige Planung der Impfaktion eingestiegen. 650 Menschen stehen auf dieser Liste. Von ihnen müsse sich keiner Sorgen machen, dass er durch die Sonderaktion nun nach hinten rücke: "Die Liste wird ganz normal abgearbeitet. Die Aktion am Samstag ist ein zusätzliches Angebot."

Dissener Feuerwehr hilft bei der Organisation

Dafür, dass am Samstag vor dem Impfzentrum auf Zeit alles geordnet abläuft, wird die Dissener Feuerwehr sorgen, deren 38 Mitglieder Karin Bremer vor Kurzem geimpft hat. "Die Feuerwehr sorgt dafür, dass ordentlich angestanden und geparkt wird und schaut, ob die Menschen alle nötigen Papiere dabeihaben."

Eine Voranmeldung ist nicht nötig. Priorisierungen spielen keine Rolle. Impfen lassen kann sich jeder ab 18 Jahren, wenn er seine Versichertenkarte, die ausgedruckten und ausgefüllten Anamnese- und Einwilligungsbögen des RKI und – falls vorhanden – seinen Impfausweis mitbringt. 

Eines steht schon vor der Impfaktion fest: "Wir sind guten Willens und wiederholen die Aktion gerne, wenn wir genügend Impfstoff dafür bekommen", verspricht Karin Bremer.


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