Termin im Lernstandort Noller Schlucht in Dissen BUND und die Grünen wollen Volksbegehren Artenvielfalt unterstützen

Von Christian Lang

BUND und die Grünen in der Region Osnabrück wollen das geplante Volksbegehren zum Schutz der Artenvielfalt unterstützen, das demnächst niedersachsenweit gestartet werden soll. Foto: BarteltBUND und die Grünen in der Region Osnabrück wollen das geplante Volksbegehren zum Schutz der Artenvielfalt unterstützen, das demnächst niedersachsenweit gestartet werden soll. Foto: Bartelt

Dissen. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und die Grünen in der Region Osnabrück wollen das geplante Volksbegehren zum Schutz der Artenvielfalt unterstützen, das demnächst niedersachsenweit gestartet werden soll. Über aktuelle Naturschutzfragen sprachen Vertreter von Naturschutzverband und Partei im Lernstandort Noller Schlucht in Dissen.

BUND-Geschäftsführer Matthias Beckwermert informierte über die Anlegung von Blühflächen, um Insekten wieder eine Lebensgrundlage zu bieten. Inzwischen betreue der Bund nach eigenen Angaben rund 14 Hektar Blühflächen, was einen erheblichen Betreuungsaufwand für die Ehrenamtlichen bedeute und finanzielle Unterstützung benötige. Bis Mai solle der Lückenschluss „Blühender Landkreis“ eines langen Streifens von Blühflächen vollendet werden.

Nisthilfen für Wildbienen zur Verfügung stellen

Initiativen für Gründächer kündigte die Grünen-Kreisverbandssprecherin Deirdre Lange-Eekhoff an. „Das kommt nicht nur vielen Tieren zugute, sondern filtert Schadstoffe, dämmt das Gebäude und bremst den Wasserabfluss“, so die Dissener Ratsfrau. BUND-Vertreter Josef Hugenberg kündigte an, der Verband werde weiterhin den Kommunen Nisthilfen für Wildbienen zur Verfügung stellen, heißt es in einer Pressemitteilung der Grünen.

Forderung nach ausreichendem Personal

Als dringlich wurde die Aufarbeitung der Rückstände bei der Realisierung von Kompensationsmaßnahmen für Eingriffe in die Natur angesehen. „Es darf nicht länger hingenommen werden, Bebauungspläne in den Kommunen zu beschließen und dann den Naturschutz zu den Akten zu heften“, so Grünen-Geschäftsführer Johannes Bartelt. Für geltendes Recht müsse in der Kreisverwaltung ausreichend Personal bereitgestellt werden.

Stark reduziert und nachhaltig geplant werden muss nach Auffassung von BUND und Grünen der Verbrauch kostbarer Grün- und Landwirtschaftsflächen für Verkehr, Wohnen, Gewerbe und Industrie. „Ziel ist ein lebenswerter Landkreis auch in 50 Jahren und der Erhalt unserer Lebensgrundlagen“, appellierte das Meller Kreisvorstandsmitglied Malina Kruse-Wiegand laut der Pressemitteilung. Dies müsse die Perspektive bei heutigen Bebauungsplanungen sein.

Volksbegehren wird unterstützt

„In der Landwirtschaft ist eine Wende zu geringeren Tierbeständen und teureren Fleischpreisen unausweichlich“, stellte Beckwermert fest. Als beispielgebend nannte der BUND-Vertreter die Zusammenarbeit von Landwirten und Naturschützern im Artland. Agrarsubventionen müssten zukünftig auf die Land-schaftspflege konzentriert werden.

Um diesen Anliegen mehr Nachdruck zu verleihen, wollen BUND und Grüne das anstehende Volksbegehren für Artenvielfalt in Niedersachsen unterstützen. Dafür müssen in einem halben Jahr Unterschriften von zehn Prozent der Wahlberechtigten gesammelt werden, im Landkreis Osnabrück knapp 30.000.


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