Andere Einblicke gewinnen Sterbende beruhigen: Befähigungskurs für ehrenamtliche Hospizbegleiter in Dissen

Von den Ehrenamtlichen fordert die Hospizarbeit unter anderem viel Einfühlungsvermögen. Symbolfoto: dpaVon den Ehrenamtlichen fordert die Hospizarbeit unter anderem viel Einfühlungsvermögen. Symbolfoto: dpa

Dissen. Ein neuer Befähigungskurs für ehrenamtliche Hospizbegleiter startet im Februar kommenden Jahres. Zum ersten Mal finden die Einheiten dabei größtenteils im Lutherhaus in Dissen statt.

Astrid Graf ist seit drei Jahren hauptamtliche Koordinatorin für die Hospizgruppe im Südlichen Landkreis Osnabrück, die unter dem Dach des Vereins Hospizgruppe Borgholzhausen in Dissen, Hilter, Bad Rothenfelde und Bad Iburg wirkt. Als Altenpflegerin und Leiterin des Sozialen Dienstes im Kastanienhof wurde sie durch ein Plakat im Hause auf die Hospizgruppe aufmerksam. Sie entschloss sich, zusätzlich zu ihrer beruflichen Fachkompetenz die Ausbildung zur ehrenamtlichen Hospizbegleiterin zu absolvieren.

„Ich hatte das Gefühl, da fehlt noch etwas“, begründet sie ihre Entscheidung. Und die hat sie nicht bereut: „Ich habe noch ganz andere Einblicke gewonnen.“ Als wenig später eine hauptamtliche Koordinatorin gesucht wurde, sagte sie bereitwillig zu. Seither sind die Begleitungen selbst zwar nicht mehr der Schwerpunkt ihrer Tätigkeit in der Hospizarbeit. Trotzdem nimmt sie sich, wo es geht, gerne die Zeit dafür.

Einfühlungsvermögen gefragt

Es sind Kleinigkeiten, die für Astrid Graf die Hospizarbeit so erfüllend machen: Schöne Gespräche, zu spüren, dass durch ein offenes Ohr, durch Vorlesen oder einfach durch die eigene Anwesenheit am Sterbebett Ängste abgebaut, Sterbende ruhiger und Angehörige entlastet werden. Diese Erfahrung teilt sie mit derzeit 24 Ehrenamtlichen im Südkreis und auch mit Ingrid Stolte, Koordinatorin der Hospizgruppe Borgholzhausen. „Seitdem ich diese Arbeit mache, lebe ich mein Leben viel intensiver“, sagt Ingrid Stolte.

Laden ein zum neuen Befähigungskurs für ehrenamtliche Hospizbegleiter in Dissen: Ingrid Stolte, Astrid Graf und Pastor Erik Neumann. Foto: Petra Ropers

Von den Ehrenamtlichen fordert die Hospizarbeit Einfühlungsvermögen und jene Kompetenz, die ihnen der Befähigungskurs vermittelt. Insgesamt 100 Stunden Theorie und 30 Stunden Praktikum umfasst die zweigeteilte Ausbildung, die sich im Basiskurs zunächst mit den eigenen Erfahrungen und einer Reflexion zu Themen wie Krankheit, Sterben und Trauer beschäftigt. Wer sich danach immer noch sicher ist, sich hospizlich engagieren zu wollen, dem vermittelt der Aufbaukurs das fachliche Wissen von Gesprächsführung über ausgewählte Krankheitsbilder bis hin zu rechtlichen Fragen.

Ehrenamtliche tauschen sich regelmäßig aus

Die erste Begleitung erfolgt zusammen mit einer „Patin“. Doch auch später bleiben die Ehrenamtlichen mit ihrer Tätigkeit nicht allein. So kommt die Hospizgruppe im südlichen Landkreis Osnabrück einmal im Monat zu Reflexion und Austausch zusammen. Es gibt externe Supervisionen, Quartalstreffen und ein abwechslungsreiches Veranstaltungsprogramm.

„Hospizarbeit hat viel mit einem würdevollen Abschied zu tun“, hebt Pastor Erik Neumann die Bedeutung dieses ganz besonderen Ehrenamtes hervor. Die St.-Mauritius-Kirchengemeinde öffnet deshalb gerne die Türen des Lutherhauses für den Befähigungskurs. Start ist am Donnerstag, 20. Februar. Informationen und Anmeldung bei der Hospizgruppe im Südlichen Landkreis Osnabrück, Telefon 0157/32593394, oder per Mail an hospiz-slo@web.de.


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