Ausstellung in Dissen Ein Mann kämpft für das Kulturgut Geflügel

Von Achim Köpp

Züchter Eike-Claudius Kramer, hier mit seiner vom Aussterben bedrohten Rasse "Westfälische Totleger", steht gemeinsam mit seinem Kollegen Christoph Storck für das Referat zum Thema "Hühner im eigenen Garten. Wie sieht das in der Praxis aus?" bereit. Foto: Achim KöppZüchter Eike-Claudius Kramer, hier mit seiner vom Aussterben bedrohten Rasse "Westfälische Totleger", steht gemeinsam mit seinem Kollegen Christoph Storck für das Referat zum Thema "Hühner im eigenen Garten. Wie sieht das in der Praxis aus?" bereit. Foto: Achim Köpp

Dissen. Die Zahl der Hühnerzüchter war mal deutlich größer. Ein aussterbendes Hobby? Eike-Claudius Kramer hofft nicht. Bei der Ausstellung des Rassegeflügelzuchtvereins 1905 Dissen will er dafür werben, dass das uralte Kulturgut Geflügel erhalten bleibt.

Fritz, ein prächtiger Hahn der Rasse "Westfälische Totleger", soll bei der am kommenden Wochenende, 23. und 24. November, anstehenden Ausstellung in der Hugo-Homann-Halle sowohl die Preisrichter als auch die Besucher beeindrucken. Er steht im Stall von Eike-Claudius Kramer in Borgholzhausen. "Die Hühnerrasse gibt es seit 400 Jahren und ist gottlob noch nicht 'totgelegt'", sagt der Züchter, "aber leider fast ausgestorben!" Lediglich fünf deutsche Züchter seien in Deutschland noch um die Erhaltung der Rasse bemüht. 

Vortrag am Sonntag

Warum die Geflügelzucht erhalten werden sollte, und wie deren Zucht aussehen kann, darüber referiert der 32-jährige studierte Agrarwissenschaftler als Mitglied des Dissener Vereins in Kooperation mit der Volkshochschule Osnabrücker Land am Sonntag von 9.30 Uhr bis 10.30 Uhr in den Räumen der Ausstellung unter dem Titel "Hühner im eigenen Garten. Wie sieht die Praxis aus?" An seiner Seite der Pädagoge Christoph Storck aus Hilter, ebenfalls aktiver Züchter im Dissener Verein.

Die Resonanz vor einem Jahr beim ersten Kurs sei überwältigend gewesen, erläutert Kramer, denn die Hühnerhaltung liege im Trend. Insbesondere junge Familien legten wieder verstärkt wert auf eine nachhaltige und ökologische Ernährung. 24 Teilnehmer aus der Region hätten viele Fragen dazu gestellt und so das nötige Handwerkszeug für die Hühnerhaltung vermittelt bekommen. 

Interesse nimmt wieder zu

"Den Trend in der Ernährung", betont Kramer, "haben wir als Verein in den letzten Jahren wahrnehmen können. Rund um die Hühnerhaltung haben uns etliche Fragen aus der Bevölkerung erreicht, wie etwa Ansprüche der Hühner im Stall, rechtliche Dinge, Unterschiede der Rassen, Verträglichkeit mit Kindern, Impfpflichten und Fütterung. Uns wurde schnell klar, dass Hühnerhaltung heute keine Selbstverständlichkeit mehr ist, und dass Wissen um die Haltung neu vermittelt werden muss. Da lag es nahe, diese Fertigkeiten direkt am Tier und am Modellstall zu schulen." 

Die Rassegeflügelausstellung findet Samstag, 23. November, 14 bis 18 Uhr, und Sonntag, 24. November, 10 bis 17 Uhr, in der Hugo-Homann-Sporthalle, Lerchenstraße 8a, statt. Gezeigt werden etwa 350 gefiederte Zweibeiner aller Rassen, auch kann erneut ein Kükenschlupf erlebt werden. Ein Kaffee- und Kuchenbuffet sowie Hühnersuppe nach Großmutters Art gibt es für die Besucher.


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