Tanztee der Senioren im Eventhaus Schamin Beim „Rock around the Clock“ wird mancher Dissener wieder jung

Auf zur Polonaise: Zu der lud DJ Udo Wittig im letzten Drittel des dreistündigen Tanzcafés ein. Foto: Alexander HeimAuf zur Polonaise: Zu der lud DJ Udo Wittig im letzten Drittel des dreistündigen Tanzcafés ein. Foto: Alexander Heim

Dissen. Auch wenn der Titel „Let‘s Dance“ es vermuten lassen könnte - Joachim Llambi war nicht zugegen. Joachim Sandker hingegen schon. Zusammen mit Angelika Scheurell und Katharina Trimpe organisiert er das jährliche Tanzcafé für Senioren. Und das erfreut sich großer Beliebtheit.

Musik empfängt die Gäste, die ihr Auto auf dem immer voller werdenden Parkplatz am Eventhaus Schamin abgestellt haben. Im Eingang heißen Katharina Trimpe, Joachim Sandker und Angelika Scheurell die Besucher der Neuauflage willkommen. „Im letzten Jahr haben wir das Tanzen zum ersten Mal angeboten. Da kamen rund 100 Gäste“, erzählt Katharina Trimpe. Nun öffnet das Tanzcafé an diesem Oktobertag zum zweiten Mal seine Türen. 

Chic zurechtgemacht haben sich alle, die an diesem regnerischen Herbsttag den Weg zum Schwofen am Nachmittag gefunden haben. Die acht Tischreihen sind bereits hergerichtet. Kaffeegedecke stehen bereit. Eine Tasse des Wachmachers, ein Stück Kuchen und ein Mineral-Wasser sind im Eintrittspreis enthalten.

Bunte Scheinwerfer suchen sich ihren Weg durch den Tanzsaal. Dafür, dass die ersten Melodien durch die Lautsprecher erklingen, sorgt an diesem Nachmittag Udo Wittig. Prall gefüllt ist der CD-Koffer des DJs. Für jede Stilrichtung hat er etwas im Gepäck.

Mit der Höhner-Version von „Rot sind die Rosen“ und einem Walzer lockt er die Gäste auf die Tanzfläche. Ein Lied auf Kölsch - da lässt sich Renate Schwederski-Börs nicht zweimal bitten. Schließlich ist sie in Köln groß geworden, ehe es die 74-Jährige vor ein paar Jahren nach Bad Rothenfelde zog. Nun hat sie den Nachmittag genutzt, um mit Waltraud Betzold und Angelika Grauemann dem Tanzcafé zu frönen.

Eigentlich ist das Trio schon wieder auf dem Weg zurück zum Tisch, als der Walzer ausklingt. Doch dem Dreivierteltakt folgt eine Riege an Disco-Fox-Stücken. Da lassen sich die drei nicht zweimal bitten.

„Wir wollen einfach ein paar schöne Stunden haben“, erklärt Renate Schwederski-Börs. „Ein bisschen vom Alltag wegkommen. Außerdem liebe ich Musik und Tanz.“ „Und es ist die Neugierde“, ergänzt Angelika Grauemann. Eigentlich ist sie mehr Fan von Reggae und Soul. Aber nun wollte sie doch mal schauen, wofür Senioren-Tanz im ehemaligen „Keilerwirt“ so steht. „Alles, was Spaß macht, ist schön“, bringt es Renate Schwederski-Börs auf eine einfache Formel.

Boney M‘s „Rivers of Babylon“ sorgen wenig später dafür, dass es kaum mehr einen Gast auf den Sitzen hält. Bei Bill Haileys „Rock around the Clock“ trennt sich hingegen doch die Spreu vom Weizen. Umso größer fällt der spontane Beifall für all jene aus, die den Jive im Blut haben und beim Abrocken noch schwungvoll tief in die Knie gehen.

Mal bietet sich das Tanzen als Paar an, kommen Tanzschulkenntnisse wieder zum Vorschein. Einige bringen Line-Dance- oder Party-Tanz-Erfahrungen mit. Und andere nutzen die Disco-Fox-Rhythmen für individuelle Choreografien.

„Wir haben im Zuge der Gemeinwesenarbeit nach fehlenden Angeboten gefragt“, erzählt Katharina Trimpe, wie es zum Senioren-Tanz gekommen ist. Sie koordiniert das Projekt „Dissen aktiv“ für die Caritas. Ein Open-Air-Dinner ist so zustande gekommen. Oder Gruppen, die sich ehrenamtlich um städtische Grünbepflanzungen kümmern. Ein weiterer Wunsch war das Senioren-Tanzcafé.

„So etwas gibt es im Umkreis nicht so häufig“, weiß die 27-jährige Sozialpädagogin mit Blick auf das Tanzangebot, das vom AWO-Ortsverein Dissen-Bad Rothenfelde und der Stadt Dissen finanziell unterstützt wird. Ja, in Bad Rothenfelde im Kurhaus noch. In Dissen hingegen fehle es jetzt schon. Dass zum zweiten Termin, der parallel zum Ockermarkt in Hilter lag, rund 50 Interessenten gekommen sind, hatte einen schönen Nebeneffekt: „Heute hat man ein bisschen mehr Platz“, so Katharina Trimpe, die sich freut, dass die Idee von Gerda Daehre so gut angenommen wird.

Im Tanzsaal werden derweil vom DJ die nächsten Musikwünsche umgesetzt. Mal Foxtrott, mal Walzer, gerne aber immer wieder flotter Disco-Fox. Mehr als einmal erklingt Andrea Bergs Stimme dabei. Auber auch der „Anton aus Tirol“ findet seinen Weg an den Teuto. Und die Hände ihren zum Himmel. Klar, dass auch eine Polonaise nicht fehlen darf.

„Für die dritte Auflage gibt es leider noch keinen Termin“, räumt Katharina Trimpe ein. Doch dass es diesen geben wird scheint angesichts des großen Spaßes auf dem Parkett mehr als sicher.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN