Antrag des Vereins für eine lebenswerte Umwelt Beratung über Ausrufung des Klimanotstands in Dissen vertagt

Der Ausschuss hat sich für eine Überbauung des Dissener Bach an der Ecke Große Srraße/Mühlenstraße ausgesprochen, aber Festlegungen zum Schutz des Gewässerbereichs getroffen. Foto: Horst TroizaDer Ausschuss hat sich für eine Überbauung des Dissener Bach an der Ecke Große Srraße/Mühlenstraße ausgesprochen, aber Festlegungen zum Schutz des Gewässerbereichs getroffen. Foto: Horst Troiza

Dissen. Soll die Stadt Dissen den Klimanotstand ausrufen? Ein entsprechender Antrag hat jetzt dem Planungsausschuss vorgelegen. Eine Entscheidung darüber gab es nicht, die Ratsfraktionen wollen das Thema erst intern diskutieren und im November im Ausschuss beraten.

Der Ausschuss reagierte mit diesem Tagesordnungspunkt auf einen Antrag des "Vereins für eine lebenswerte Umwelt in der Region", der darin Vorschläge für eine Stadtentwicklung mit hoher Umwelt- und Naturqualität gemacht hatte. Die Eindämmung des Klimawandels solle als Aufgabe von höchster Priorität angesehen und die ökonomische Nachhaltigkeit und die Auswirkungen auf das Klima bei jeglichen Entscheidungen berücksichtigt werden, hatte es in dem Papier geheißen. 

Eine Entscheidung über ein solch weitreichendes Thema zu treffen war den Ausschussmitgliedern in der aktuellen Sitzung jedoch noch zu früh. „Das sollten die einzelnen Fraktionen erst einmal unter sich ausdiskutieren“, schlug Heinz-Günter Stolle (SPD) vor, der den Vorsitz führte. Dem schloss sich Jürgen Dallmeyer (UWG) an, dem das Feld „zu umfangreich“ war, als ad hoc eine Entscheidung treffen zu wollen. Wilhelm Meyer zu Erpen (Grüne) wollte nicht gleich so weit gehen und den im Antrag enthaltenen „Klimanotstand“ ausrufen, der dann bindende Beschlüsse nach sich ziehen würde. „Aber der Antrag beinhaltet auch, dass wir uns nun gedanklich damit beschäftigen müssen“, hielt er fest. Sandra Schlie (CDU) machte deutlich, dass auch der Landtag sich mit dem Thema beschäftigt hatte und es nun „an uns liegt, das auch zu tun“. Einstimmig einigten sich die Beteiligten darauf, sich im November bei der nächsten Sitzung erneut damit zu beschäftigen.

Ebenfalls einstimmig entschieden sich die Ausschussmitglieder für die Annahme eines Antrags der UWG bezüglich einer möglichen Überbauung des Disserer Bachs im Bereich der Ecke Große Straße/Mühlenstraße. Demnach kann der Bach dort überbaut werden, was jedoch von der Zustimmung der Stadt abhängig ist, die dort Eigentümerin ist. Festgelegt ist, dass zwischen Oberkante Dissener Bach und Unterkante Überbrückungskonstruktion ein Abstand von mindestens 0,5 Meter für den Lichteinfall erhalten bleibt. 


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