Mike Field begeistert mit ausgezeichneter Musik Jazz aus Kanada in Dissen

Zur Unterstützung sucht sich Jazz-Trompeter Mike Field gerne Talente aus der regionalen Jazzszene. Derzeit ist er auf Deutschlandtournee und machte am Freitag im Dissener Bahnhof Station. Foto: Rolf HabbenZur Unterstützung sucht sich Jazz-Trompeter Mike Field gerne Talente aus der regionalen Jazzszene. Derzeit ist er auf Deutschlandtournee und machte am Freitag im Dissener Bahnhof Station. Foto: Rolf Habben

Dissen. Mit dem kanadischen Jazzmusiker Mike Field präsentierte der Jazz Club im Bahnhof Dissen nicht nur einen eher seltenen Gast sondern zugleich auch einen mehrfach preisgekrönten Ausnahmekünstler der Szene.

Das hob auch Vorsitzender Hans Biewener in seiner Begrüßung hervor. „Wir haben heute ein besonderes Konzert mit, weil die Band derzeit durch Deutschland tourt, ist ein Auftritt deshalb auch nicht an dem von uns bevorzugten Samstagabend möglich“. Field und seine Musiker seien „mit ihrem außergewöhnlichen Programm aber auch gut für unser Image“.

Ausgezeichnetes mit frischer Unterstützung

Field tritt regelmäßig in Canada, in den USA, Australien und Europa auf. Hierzulande gastiert er gern mit renommierten Musikern der regionalen Jazzszene, die er „aus frischen Absolventen der Musikhochschule“ rekrutiert. Mit Larissa Bode (Bass), Thomas Groß (Tenorsaxophon), Tobias Altripp (Piano), sowie dem Neuseeländer Jesse Hughes (Schlagzeug) hatte Field kongeniale Musiker an seiner Seite. Im Jazz Club bot er einen Querschnitt aus seinen bislang vier Alben, jedes preisgekrönt mit zahlreichen Awards, sowohl für die Musik, für die Arrangements, als auch für Gesang.

Der sympathische Jazz-Trompeter, Sänger und Komponist ist bekannt für seine spielfreudige und zugleich energische Musik, seine Melodien sind überaus dynamisch und aufregend. Stilistisch ist er schwer einzuordnen, am ehesten könnte man sein Repertoire als „Rhythm & Jazz“ bezeichnen. Ob Field seine instrumentalen Jazzstandard Titel spielt oder ob er Weltmusik gesanglich darbringt, seine Performance ist stets ein Mix aus Spaß, technischen Möglichkeiten und kulturellen Einflüssen.

Mehrfach ausgezeichnet ist der kanadische Jazz-Trompeter Mike Field. Foto: Rolf Habben

Zugleich ist er auch ein glänzender Erzähler rund um die kleinen Geschichten seiner Songs und deren Inspiration. Seine Musik schreibe er sowohl auf Reisen als auch in Toronto, wenn er den bequemen städtischen Lebensstil genießt. Zuweilen lieferten dem Globetrotter skurrile Begebenheiten spontanen Anlass, ob in der Dominikanischen Republik mit einem korrupten Polizisten oder im Himalaya, wo er einem Landsmann als Radfahrer begegnete. Und weil das Reisen in alle Ecken der Welt immer ein Teil von ihm sei, reflektierten seine Eigenkompositionen oftmals verschiedene Kulturen, wie der Trompeter erzählt.

Geschichten aus aller Welt

Der Song “Magnolia”, entstanden in Neu Seelands Regenwald, handelt von einer femme fatale, die mit ihrem Cadillac auf ruheloser Männersuche den Boulevard rauf und runter fährt. “Tu Vuo’ Fa’ L’Americano” ist die Geschichte eines Neapolitaners, der gerne ein Amerikaner sein möchte, gesungen von Field in original italienischer Sprache. In “Dance of the biometrics” nimmt Field die sich ständig verschärfenden, restriktiven Einreisebedingungen aufs Korn.

Seine Songs seien Ergebnis vielerlei Einflüsse von außen. Seinen Kopf schalte er stets aus, wenn er komponiere. Field begann bereits mit 10 Jahren Trompete zu spielen und studierte privat mit klassischen Künstlern im Toronto-Sinfonieorchester. Im Jahr 2001 beendete er das „Masters of Jazz Performance Program“ an der Universität New York. Als er 2003 nach Toronto zurückkehrte, begann er zu komponieren, ehe er 2009 sein eigenes Jazzquintett gründete.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN