Mehr Sicherheit für Bahn und Straße Verkehrswacht Dissen fordert Schranken an Haller-Willem-Strecke

Von Achim Köpp

Karl-Heinz Bremer, 1. Vorsitzender der Verkehrwacht Bad Rothenfelde-Dissen, und Landwirt Frank Hüggelmeyer als Anlieger am neuralgischen Bahnübergang des Haller Willem Ulmenallee/Schulstraße. Foto: Achim KöppKarl-Heinz Bremer, 1. Vorsitzender der Verkehrwacht Bad Rothenfelde-Dissen, und Landwirt Frank Hüggelmeyer als Anlieger am neuralgischen Bahnübergang des Haller Willem Ulmenallee/Schulstraße. Foto: Achim Köpp

Dissen. Unbeschrankte Bahnübergänge dürfte es auch in ländlichen Gebieten nicht mehr geben. Das fordert Karl-Heinz Bremer als 1. Vorsitzender der Verkehrswacht Bad Rothenfelde/Dissen e.V. nach einem erneuten Unfall innerhalb von etwa drei Jahren.

Kurz vor Ostern waren der Haller Willem und ein Lkw auf dem Bahnübergang in Erpen an der Ulmenallee/Schulstraße an der Grenze zwischen Dissen und Bad Rothenfelde kollidiert.  

In einer Reaktion zum Bericht der NOZ am 16. April über den Unfall tags zuvor, als der Haller Willem mit einem Lkw kollidierte, weist Bremer darauf hin, dass die örtliche Verkehrswacht bereits vor etwa 15 Jahren einen Antrag auf Beschrankung dieses Bahnüberganges forderte. "Eine Bahnkommission lehnte damals die Beschrankung ab" erinnert er sich jetzt während einer Ortsbesichtigung, "es gebe dafür keinen Bedarf, hieß es, die vorhandene Rotlichtampel müsse genügen."

Unfall mit dem Haller Willem im April am Bahnübergang in Erpen Foto: NWM-TV

Die Rotlichtampel sowie Vorweisschilder mit dem Bahnsymbol sowohl aus Richtung Bad Rothenfelde als auch von Dissen kommend wie auch vorschriftsmäßige Andreaskreuze gibt es heute auch noch, dennoch ereigneten sich nun innerhalb einer relativ kurzen Zeitspanne zwei Zusammenstöße, die zum Glück nur leichte Personenschäden, jedoch erhebliche Sachschäden nach sich zogen.

Schranken aber, das weiß der pensionierte Polizeioberkommissar und Verkehrswachtexperte aus jahrzehntelanger Erfahrung, geben nicht nur dem querenden Verkehr Sicherheit, sondern seien auch für den jeweiligen Zugführer der Bahn eine gewisse Beruhigung, um unbesorgt den Übergang zu durchfahren. Bremer: "Und wenn demnächst – so wie geplant – die Haller-Willem-Strecke sogar im Halbstundentakt befahren wird, halten wir Schranken umso mehr für erforderlich."

Unterstützung

Unterstützung für die Forderung nach einer Beschrankung erhält Bremer auch von dem Landwirt Frank Hüggelmeyer, dessen Bauernhof aus Richtung Bad Rothenfelde kommend an der Ulmenallee direkt vor dem Bahnübergang liegt. "In den letzten Jahren", sagt er, "hat sich die Anzahl der von dem großen Parkplatz der Schüchtermann-Klinik und sogar auch von der LVA-Klinik kommenden Pkw, die als Abkürzung über die Ulmenallee und Schulstraße direkt zur B 68 und dann auch zur A 33 weiterfahren, vervielfacht".

Er selbst habe damals etwa 15-jährig, als der Betrieb des Haller Willem nach etlichen Jahren des Stillstands Richtung Osnabrück wieder aufgenommen wurde, und er mit dem Fahrrad Richtung Dissen vom Hof der Eltern über die Gleise zur Schulstraße fahren wollte, immer wieder geübt, aufmerksam zu sein: "Aufpassen, links und rechts gucken, ob kein Zug kommt – dann erst rüber!" Beide Unfälle, den mit dem Pkw vor drei, vier Jahren, und den jetzt vor anderthalb Wochen, habe er hautnah miterlebt: "Wenn Schranken da wären, müsste das nicht passieren. Es geht ja nicht immer so glimpflich aus."


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