Hommage an Fats Waller Simon Holliday & his Rhythm im Jazz Club Dissen

Von Rolf A. Habben

Zelebrierten ihre Hommage an den unvergessenen Pianisten und Komponisten Fats Waller, die Band um Simon Holliday & his Rhythm.Zelebrierten ihre Hommage an den unvergessenen Pianisten und Komponisten Fats Waller, die Band um Simon Holliday & his Rhythm.

Dissen. Einen wahren Giganten des Jazz hatte Simon Holliday & his Rhythm bei ihrem Auftritt mit Thomas „Fats“ Waller im Gepäck.

Die Band stand knappe drei Stunden im Bahnhof mit zeitlosen Klassikern Wallers für anspruchsvollen Jazz aus der oberen Schublade.

Kurzes Leben

Hollidays großes Vorbild „Fats“ arbeitete, wie er selbst auch, hauptsächlich in kleinen Besetzungen, die unter dem Namen „Fats Waller and his Rhythm“ auftraten. Waller wurde zwar nur 39 Jahre alt, aber dem Jazz hinterließ er einen unschätzbaren Nachlass, erzählte Holliday im Gespräch. „Der eher liebevoll wegen seiner umfangreichen Statur sogenannte „Fats“ schuf in seinem kurzen Leben einen einzigartigen Fundus des traditionellen Jazz“, so der Bandleader Holliday. Über 500 Kompositionen habe er der Nachwelt hinterlassen.

Fats Kompositionen sind ein Eckpfeiler im Repertoire des traditionellen Jazz und haben allen modischen Strömungen standgehalten. Das zeigten Hollyday mit Gesang und am Piano, Andy Lawrence an der Trompete, Youngster Matthias Seuffert an der Klarinette und am Saxophon, Jürgen Kulus mit seiner nicht alltägliche viersaitigen Plektrum-Gitarre sowie mit dem Waliser Simon Palser am Schlagzeug. Das Quintett zelebrierte in ihrer Hommage eindrucksvoll den unvergessenen Jazz des genialen amerikanischen Pianisten. Für seine Darbietung von Wallers Klassikern habe er eigens Musiker zusammengebracht, die sich nicht nur gut kennen und verstehen, sondern ebenso auch die Musik Wallers, verrät Holliday.

Gute Laune

Die Band spielte professionell wie mitreißend zugleich ihr vielseitiges Waller-Repertoire. Die Musiker bewegten sich dabei in ihrem Vortrag mühelos zwischen Wallers Erbe und eigener Flexibilität. Holliday erwies sich in seinen Soli am Piano dabei als Tasten-Artist, der mit seiner unverwechselbaren Stimme und dem ebenso spontanen wie subtilen, hintergründigen britischen Humor auch ein amüsanter Entertainer ist. Durch seine schnell aufgebaute Beziehung zum Publikum war zudem gute Laune von Beginn an garantiert.

Die instrumentale Besetzung sowie wechselnde Gesangskombinationen sorgten zudem für begeisternde Unterhaltung. Es hämmerte mitunter Hollidays Piano, es zupfte Kulus´ akustische Gitarre, es blies Lawrence eindringliche Trompete, es wehte Seufferts gefühlvolles Saxophon ebenso wie dessen Klarinette, alles umwoben von herrlich trocken vor sich hin tickenden Drums Palsers, der zu Hollidays Stammbesetzung zählt. Begeisternd dessen Drum-Solo in „Moppin´ and Boppin´“. Lawrence und Seuffert dagegen wussten mit ihren Blasinstrumenten in den gefälligen Bluesballaden ebenso zu überzeugen wie auch in den in rasantere Tempi vorgetragenen Sets.

Mitreißend

Die fünf Spitzenmusiker, ob solo, im Trio oder im Ensemble, boten ein abwechslungsreiches und zugleich mitreißendes Programm, das mit dem Klassiker „Honeysuckle Rose“ und der Zugabe „Ain´t Misbehavin` einen würdigen Abschluss fand.


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