Gefahr bei Starkregen Teile des Kanalnetzes im Westen von Dissen sanierungsbedürftig

Unter dem Erpener Weg sieht es nicht besser aus als oben drüber. Rat und Verwaltung wollen zuerst das Problem der unterdimensionierten Regenkanäle angehen, danach die Sanierung der Straße. Foto: Horst TroizaUnter dem Erpener Weg sieht es nicht besser aus als oben drüber. Rat und Verwaltung wollen zuerst das Problem der unterdimensionierten Regenkanäle angehen, danach die Sanierung der Straße. Foto: Horst Troiza

Dissen. Teile des Abwassernetzes am Erpener Weg, der Bahnhofstraße und der Stettiner Straße in Dissen sind nach Untersuchungen durch ein Ingenieurbüro in ihrem Durchschnitt deutlich unterdimensioniert. Künftiger Starkregen birgt somit die Gefahr von Überflutungen. Die Planungen zur Sanierung werden noch in diesem Jahr beginnen, die Bautätigkeit erst 2020.

Nach Jahren des Abwartens kommt Bewegung in die Planungen für die Sanierung der Straßenbereiche zwischen der Osnabrücker Straße und der Bahnhofstraße. Besonders die Anwohner des Erpener Weges und der Stettiner Straße haben unter Schlaglöchern und den unbefestigten Randstreifen zu leiden. Wie jetzt die Untersuchung durch das Ingenieurbüro Tovar und Partner zeigte, sieht es unter dem Asphalt nicht besser aus.

Kamerafahrt

„Teile der Kanäle müssen erneuert werden. Sie haben zu geringe Durchmesser, um bei Starkregenereignissen das anfallende Wasser abführen zu können. Außerdem hat die Befahrung mit einer Kamera gezeigt, dass Schäden an Abschnitten des Betonrohrnetzes vorhanden sind, wodurch ihre Statik gefährdet ist“, erklärte Patrick Haertel vom Ingenieurbüro während der Sitzung des Bauausschusses.

Bei der Betrachtung ist zugrunde gelegt worden, dass die nach dem bestehenden Kenntnisstand an den Regenkanal im Erpener Weg angeschlossenen Homannflächen auch weiterhin ohne Rückhaltung in die Kanalisation Erpener Weg eingeleitet werden können. Für das darüber hinausgehende Oberflächenwasser, dass im Zuge der Umgestaltung im Bereich von Homann zur Entlastung der Kanalisation in der Bahnhofstraße zusätzlich in Richtung Erpener Weg geführt werden sollte, wäre auf dem Homanngelände eine Rückhaltung vorzusehen.

Die Bahnhofstraße in Höhe von Homann. Foto: Michael Schwager

Das Thema der Sanierung des Kanalnetzes und der Straßen beschäftigt die Politik und Verwaltung in Dissen schon seit Jahren. Zuletzt war es allerdings auf Eis gelegt worden, weil das Hin und Her um den Verbleib des Homann-Standortes konkrete Planungen unmöglich machte. Nach dem Bekenntnis des Unternehmens zum Standort Dissen hat sich die Politik des Themas wieder angenommen. Für das Haushaltsjahr 2019 sind 50.000 Euro für Planungskosten bereitgestellt worden, für 2020 500.000 Euro an Investitionskosten. Der Haushaltsentwurf des Abwasserbeseitigungsbetriebs sieht für Regenwasserableitung 40.000 Euro und für Schmutzwasser 20.000 Euro Planungskosten vor. Im Finanzplan 2020 sind für den Regenwasserbereich 400.000 Euro für Investitionskosten vorgesehen.

Gespräche führen

Jürgen Dallmeyer, Vorsitzender des Bau- und Betriebsausschusses, regte an, das Thema in der nächsten Sitzung im April wieder auf die Tagesordnung zu setzen. Bis dahin solle die Verwaltung Gespräche mit Verantwortlichen des Homann-Unternehmens führen, die in die Entwicklung einbezogen werden müssten. Damit sei bereits begonnen worden, erklärte Bauamtsleiter Heinrich Kocks. Die Bautätigkeit am Kanalnetz könne 2020 beginnen, nach deren Beendigung dann die Sanierung der Straßendecken.


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