Kammermusik im stilvollen Rahmen Erstes Konzert des Uni-Streichquartetts in der Villa Blavius

Von Dominik Lapp

Begeisterten das Publikum in der Villa Blavius: Jan Philip Lehmann (Violine), Anna Nicinski (Violine), Hannah Lauer (Viola) und Jonathan Reischel (Violoncello). Foto: Dominik LappBegeisterten das Publikum in der Villa Blavius: Jan Philip Lehmann (Violine), Anna Nicinski (Violine), Hannah Lauer (Viola) und Jonathan Reischel (Violoncello). Foto: Dominik Lapp

Dissen. Feinste Kammermusik von Bach bis Händel und von Dvorak bis Puccini kam am Freitag in Dissen zu Gehör. Das Streichquartett der Universität Osnabrück war erstmals zu Gast in der Villa Blavius, und 36 Zuschauer waren gekommen, um die jungen Musiker an der Violine, der Viola und am Violoncello zu hören.

Der Saal in der Villa bot mit seinem Kristalllüster einen äußerst stilvollen Rahmen für das Konzert, das vom Kunst- und Kulturverein Dissen veranstaltet wurde und im Vorfeld beim Vorsitzenden Klaus-Dieter Weitzel für schlaflose Nächte sorgte. „Wir hatten im Vorverkauf lediglich zwölf Eintrittskarten verkauft“, berichtete dieser. Umso erfreuter zeigte er sich, dass die restlichen Karten an der Abendkasse schnell weg waren, so dass der Konzertsaal komplett gefüllt war. 

Das erst im Januar 2018 gegründete Streichquartett setzt sich aus Studierenden und Absolventen der Universität und Hochschule Osnabrück zusammen, die sich bei gemeinsamen Orchesterprojekten kennen gelernt haben. Für ihr rund anderthalbstündiges Konzert in der Villa Blavius hatten sie ein Programm aus 17 Liedern im Gepäck, vor allem aber eher getragene als flotte Stücke.

Bei der Zusammenstellung hatten sich die vier Musiker viele Gedanken gemacht, weshalb sie ihren Stückkatalog als eine Einheit sahen. „So sehr wir uns auch über Applaus freuen, möchten wir jedoch darum bitten, nur in der Mitte und am Ende des Programms zu klatschen“, trug Violinist Jan Philip Lehmann den Wunsch des Ensembles vor. Das Publikum tat sich zwar anfänglich schwer, dieser Bitte nachzukommen, beschränkte sich dann aber doch auf die beiden Stellen, um wohlwollenden Beifall zu spenden.

Eröffnet wurde das Konzert von Jan Philip Lehmann (1. Violine), Anna Nicinski (2. Violine), Hannah Lauer (Viola) und Jonathan Reischel (Violoncello) mit dem wunderbar vorgetragenen, langsamen Andante Festivo von Jean Sibelius. Es folgten die Zypressen für Streichquartett von Antonin Dvorak oder die sehr kunstfertig gesetzte Kunst der Fuge von Johann Sebastian Bach, bis Jonathan Reischel mit drei Stücken aus der Cello-Suite Nr. 1 in G-Dur von Bach den Höhepunkt des Abends lieferte. Geradezu virtuos meisterte er die hohen Anforderungen, die diese Stücke an einen Musiker stellen.

Es folgten weitere Stücke wie Händels Largo aus der Oper „Xerxes“ oder das Crisantemi von Puccini, bevor die vier Musiker ihren verdienten Schlussapplaus entgegennahmen und noch eine Zugabe spielten. Hausherr Uwe Blavius kündigte im Anschluss, als die Besucher noch bei Wein und Knabbereien vor dem Kamin verweilten, vier weitere klassische Konzert für dieses Jahr in der Villa an.


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