Aktivitäten für 2019 gestartet Erstes Hinweisschild des Projekts "Blumiger Landkreis" in Dissen aufgestellt

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Das erste von 25 Hinweisschildern zum Projekt "Blumiger Landkreis" stellten BUND-Kreisgruppen-Geschäftsführer Matthias Beckwermert, die Bundesfreiwilligendienstler  Christopher Puschmann und Tibor Schürmann sowie Bärbel Echelmeyer von der Naturschutzstiftung in Dissen auf. Foto: Petra RopersDas erste von 25 Hinweisschildern zum Projekt "Blumiger Landkreis" stellten BUND-Kreisgruppen-Geschäftsführer Matthias Beckwermert, die Bundesfreiwilligendienstler Christopher Puschmann und Tibor Schürmann sowie Bärbel Echelmeyer von der Naturschutzstiftung in Dissen auf. Foto: Petra Ropers

Dissen. Das Projekt „Blumiger Landkreis“ geht auch im Jahr 2019 weiter. Das erste von insgesamt 25 Hinweisschildern stellte die BUND-Kreisgruppe Osnabrück deshalb jetzt an einer Wiese in Dissen auf.

Noch liegt die Wiese an der Schulstraße im Winterschlaf. Doch zwischen dem Gras sind bereits die Blätter von Natternkopf, Wilder Möhre, Margerite und anderen Wiesenpflanzen erkennbar. Im vergangenen Jahr säte die BUND-Kreisgruppe Osnabrück auf einem Streifen die „Osnabrücker Mischung“ mehrjähriger, regionaler Kräuter aus – als Starthilfe für die gesamte Fläche, wie BUND-Geschäftsführer Matthias Beckwermert erklärt.

Die rund 1000 Quadratmeter große Wiese ist eine von mehr als 30 Flächen und Randstreifen, die mit Unterstützung der Naturschutzstiftung des Landkreises, der Sparkassenstiftung sowie weiterer Stiftungen und der Kommunen bereits im Rahmen des Projektes „Blumiger Landkreis“ erblühen. Rund neun Hektar werden inzwischen durch den BUND als extensive Wiesen, Wege- oder Randstreifen bewirtschaftet. Und weitere Flächen sollen folgen. Denn einzelne blühende Oasen reichen nicht aus, um dem dramatischen Insektensterben entgegenzuwirken.

Begrenzter Fortbewegungsradius

„Ein Laufkäfer läuft keine zwei Kilometer“, machte Beckwermert deutlich. Und auch die fliegenden Insekten haben nur einen begrenzten Fortbewegungsradius. Nötig ist deshalb eine möglichst engmaschige Vernetzung von Biotopen. In Dissen summt und brummt es dafür schon auf mehreren Flächen. In Bad Rothenfelde sollen ab diesem Jahr Wegerandstreifen erblühen. Doch eine artenreiche Wiese, die Nahrungsgrundlage für viele Insekten bietet, ist kein Blumenbeet.

Zudem muss und darf sich der natürliche Artenreichtum auf manchen Flächen auch erst nach und nach entwickeln. Die neuen Hinweisschilder informieren Spaziergänger und Passanten deshalb darüber, dass die jeweilige Fläche – und auch weitere in ihrem Umfeld – nicht bei Pflegemaßnahmen „vergessen“ wurde. Die Problematik des Insektensterbens sei jedoch in der Bevölkerung angekommen, freute sich Beckwermert. Bei der Extensivierung der Wiesen stoße der BUND mittlerweile auf breite Akzeptanz.

80 Prozent der Masse verschwunden

Und immer wieder bieten Unternehmen und Privatpersonen weitere Flächen an. „Das ist sehr ermutigend.“ Und dieses Engagement ist bitter nötig. Denn nicht nur die Zahl der Arten ist deutlich zurückgegangen. Es seien, mahnte Beckwermert, auch bereits 80 Prozent der Masse der Insekten verschwunden. Die Folgen sind weitreichend und in ihrer Gesamtheit kaum abzusehen. Um ihnen entgegenzuwirken, will die BUND-Kreisgruppe den „Blumigen Landkreis“ noch stärker erblühen lassen.

Erforderlich sind dafür nicht nur Flächen in ausreichender Größe, sondern auch finanzielle Mittel und nicht zuletzt Arbeitskraft. Informationen zum Projekt erteilt Matthias Beckwermert per E-Mail an m.beckwermert@aol.com.


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