Innovationskraft im Handwerk Erste Innovationstour zu Gast im Osnabrücker Land

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Die "Innovationstour Handwerk Niedersachsen" startete in Dissen bei dem auf Feuerwehr-Fahrzeuge spezialisierten Unternehmen Schlingmann. Foto: Petra RopersDie "Innovationstour Handwerk Niedersachsen" startete in Dissen bei dem auf Feuerwehr-Fahrzeuge spezialisierten Unternehmen Schlingmann. Foto: Petra Ropers

Dissen. Die erste „Innovationstour Handwerk Niedersachsen“ führte eine Delegation aus Hannover ins Osnabrücker Land.

Vertreter des Niedersächsischen Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung und des gleichnamigen Ausschusses im Landtag folgten der Einladung der Landesvertretung der Handwerkskammern und der Handwerkskammer Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim zu innovativen Unternehmen im Osnabrücker Land. „Die kleinen und mittleren Unternehmen sind die eigentlichen wirtschaftlichen Akteure im ländlichen Raum“, hob Dr. Hildegard Sander, Hauptgeschäftsführerin der Landesvertretung der Handwerkskammern, hervor.

Und gerade sie seien die Nutznießer der Innovationsförderung, die in Niedersachsen bereits seit 20 Jahren Handwerksbetriebe bei anwendungsnahen Innovationen unterstützt. Die neu angestoßene Innovationstour soll diese Betriebe in den Blick rücken, ihre Innovationen sichtbar machen und einen fachkundigen Austausch ermöglichen. Der Auftakt der künftig regelmäßig angebotenen Tour erfolgte nun im Bezirk der Handwerkskammer Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim und damit in einem Kammerbezirk, der nach den Worten seines Präsidenten Reiner Möhle hervorragend aufgestellt ist.

Starker Kammerbezirk

Rund 11.000 Betriebe mit etwa 100.000 Beschäftigten zählt die Kammer in ihrem Bezirk. „Das sind etwa 10 Prozent aller niedersächsischen Betriebe“, errechnete Möhle. Doch sie erwirtschaften rund 25 Prozent des Handwerksumsatzes in Niedersachsen. Ihre Innovationskraft trägt dazu nicht unwesentlich bei. „Handwerk und Innovation galten lange als begriffliches Gegensatzpaar“, erklärte Hildegard Sander. Dass diese Einschätzung keineswegs der betrieblichen Realität entspricht, zeigte sich den Besuchern zum Auftakt bei einem Rundgang durch das Dissener Unternehmen Schlingmann.

Gegründet im Jahre 1880 spezialisierte sich der Betrieb 1985 ganz auf die Fertigung von Feuerwehr-Fahrzeugen, deren Innenausbau in Handwerksarbeit individuell auf den Bedarf der jeweiligen Feuerwehr abgestimmt wird. Die Sicherheit der Feuerwehr-Kameraden im In- und Ausland wird dabei großgeschrieben. Unterstützt durch die Innovationsförderung, entwickelt das Unternehmen nach den Angaben seines Geschäftsführers Jan Wendenburg deshalb eine neue Generation einer zertifizierten Sicherheitsgruppenkabine, die im kommenden Jahr auf den Markt kommen soll.

E-Commerce und stationärer Handel

Einer ganz anderen Branche widmeten sich die Teilnehmer der Innovationstour auf ihrer zweiten Station: Das Unternehmen Optik Peter Meyer in Osnabrück stellt sich mit seinem 20-köpfigen Team den Herausforderungen der Digitalisierung des Handels. Mit dem Förderungsprojekt „Symbiose von E-Commerce und stationärem Handel in der Augenoptik“ will das in der Fußgängerzone angesiedelte Geschäft Zukunft mitgestalten. 

Dritte Station war die Firma Purplan in Wallenhorst. Das inhabergeführte Unternehmen plant und baut maßgeschneiderte Anlagen für die Polyurethan- und Kunstharzproduktion sowie hochmoderne Recyclinganlagen für PET- und PUR- Kunststoffabfälle. Mit der Planung und dem Bau von mehr als 350 Projekten auf fünf Kontinenten hat sich Purplan seit 2002 zu einem führenden Anlagenbauer entwickelt. Alle drei besichtigten Unternehmen profitieren von der Innovationsförderung. 

Für Hildegard Sander steht fest: „Jeder Euro, den wir in diesem Bereich investieren, nützt.“ Die Innovationstour soll deshalb auch künftig die Bedeutung von Innovation hervorheben und die Erfolge der Förderung sichtbar machen.


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