Blühinseln vernetzen „Umweltschutz und Lebenshilfe“ im TEN-Umweltwettbewerb

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Mit dem Gütesiegel „Natürlich zu Hause in Niedersachsen“ wurde das Blühwiesen-Projekt von Kai Behncke schon ausgezeichnet. Mit dem Projekt bewirbt er sich beim Umweltwettbewerb des Teutoburger Energienetzwerks (TEN). Archivfoto: Simone GraweMit dem Gütesiegel „Natürlich zu Hause in Niedersachsen“ wurde das Blühwiesen-Projekt von Kai Behncke schon ausgezeichnet. Mit dem Projekt bewirbt er sich beim Umweltwettbewerb des Teutoburger Energienetzwerks (TEN). Archivfoto: Simone Grawe

Melle. An vielen Orten in und rund um Osnabrück summt und brummt es wieder dank der Organisation „Umweltschutz und Lebenshilfe“ und ihrer Initiative „Blumiger Landkreis Osnabrück“. Rund 47 Flächen, die insgesamt zirka 80.000 Quadratmeter umfassen, wurden ehrenamtlich in Blühwiesen umgestaltet und nun weiterhin als Biotop gepflegt. Mit ihrem Projekt bewirbt sich die Organisation jetzt beim Umweltwettbewerb des Teutoburger Energienetzwerks (TEN).

„Um die Insekten steht es schlecht. Daran ändert leider auch das Anlegen einiger weniger Naturflächen nichts“, erklärt Kai Behncke, Gründer der Organisation „Umweltschutz und Lebenshilfe“. Der Einsatz von Pestiziden, monotone Landwirtschaft, naturferne Gärten und Bebauung verdrängen Wiesen auf denen Pflanzenvielfalt herrscht. Da diese abwechslungsreichen Naturareale verschwinden, finden Insekten nicht mehr genügend Nahrung und sterben. Ohne Insekten reduziert sich die heimische Fauna und auch Flora, denn sie sind Nahrungsquelle für Vögel, Amphibien und Reptilien, zudem Bestäuber von Wild- und Kulturpflanzen. Fehlen die herumschwirrenden Kleinsttiere, die Pollen von Blüte zu Blüte tragen, wird sich letztendlich auch das Nahrungsangebot für den Menschen dramatisch verschlechtern.

Biotopverbund

Umso wichtiger sei es, einzelne Blühinseln zu vernetzen, damit die vielen Insektenarten, die nicht so weit fliegen, genügend Raum und Nahrung vorfinden. So plant die Organisation für Frühling 2019 einen weiteren Ausbau des Blühwiesen-Biotopverbundes und insbesondere eine Anlage von Blühwiesen in der Kirsch-Gemeinde Hagen. Immer wieder engagieren sich auch Schulen, Unternehmen und andere Vereine, unterstützen bei der Saat und feiern zusammen mit „Umweltschutz und Lebenshilfe“ die beliebten Blühwiesenpartys. (Weiterlesen: Deutschland summt: „Blumiges Melle“ räumt ab)

Ab dem kommenden Jahr werden auch tierische Helfer in das Projekt „Blumiger Landkreis Osnabrück“ eingebunden. Die Organisation betreibt auch ein Refugium für alte und „ausrangierte“ Haustiere – den „Gnadenhof Brödel“ in Melle. „Unsere Ziegen, Schafe und zwei Ponys sollen zukünftig für die Blühwiesenmahd eingesetzt werden“ verrät Kai Behncke. Das habe zwei große Vorteile: Zum einen, würde das zweimal im Jahr notwendige Mähen der Wiesen auf naturschonendere Weise stattfinden, denn für Amphibien, Reptilien und kleine Säugetiere wie Wühlmaus oder Igel sind die Grasfresser keine Gefahr, vom Menschen bediente Mähfahrzeuge hingegen schon. Zum anderen würden Schaf, Pony und Co. zur Verbreitung des Saatguts beitragen, denn ganz von alleine blieben Blütensamen in ihrem Fell, im Schweif oder an den Hufen hängen. „Wir haben das schon in diesem Sommer beobachten können. An den Wegen von den Wiesen zum Stall wuchsen plötzlich Margeriten und Malven, die vorher nicht da waren. Idealerweise tragen die Tiere das Saatgut nicht nur weiter, sondern treten es mit ihren Hufen auch in den Boden ein, sodass es gut auskeimen kann“, erklärte Kai Behncke. (Weiterlesen: Blühwiese in Melle ist Deutschlands Naturwunder 2018)

Weitere Informationen zu den Blühwiesen-Aktionen des Vereins, sowie zum „Gnadenhof Brödel“ gibt es auf www.umweltschutz-und-lebenshilfe.de.


TEN-Umwelt-Wettbewerb

Die Teutoburger Energie Netzwerk eG (TEN) bietet seit Januar 2018 ausschließlich Strom aus regenerativen Quellen an. Für jede verbrauchte Kilowattstunde wird ein gewisser Beitrag in einen Fördertopf eingezahlt, aus dem regionale Umweltprojekte unterstützt werden. Im Rahmen eines Wettbewerbs eifern nun fünf ausgesuchte Projekte um die Förderpreise. Die drei Aktionen mit den meisten Stimmen erhalten jeweils 3000 Euro. Abgestimmt werden kann bis zum 30. November auf www.ten-eg.de/privatkunden/strom/oekostrom-re/abstimmung.

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