Katholiken an den Wahlurnen Wahlen zu Kirchenvorständen und Pfarrgemeinderäten

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Die Kirche St. Mariae Geburt in Bad Laer. Foto: Gert WestdörpDie Kirche St. Mariae Geburt in Bad Laer. Foto: Gert Westdörp

Südkreis. „Deine Stimme, deine Kirche“: Unter diesem Motto stehen am Wochenende die Kirchenvorstands- und Pfarrgemeinderatswahlen im Bistum Osnabrück.

Alle vier Jahre erfolgen in den katholischen Kirchengemeinden turnusgemäß die Wahlen zum Pfarrgemeinderat und zum Kirchenvorstand. In den einzelnen Gemeinden stehen dazu am Wochenende – in der Regel nach dem Gottesdienst – die Wahlurnen bereit. Eine Ausnahme: Im neuen Gemeindezentrum St. Ansgar in Dissen findet zwar kein Gottesdienst statt. Zur Wahl sind für die Gemeindemitglieder aus Dissen die Räumlichkeiten aber am Samstag von 11 bis 13 Uhr geöffnet.

Gute Gründe

„Und es gibt gute Gründe, zur Wahl zu gehen“, findet Pfarrer Robert Wagner von der Pfarreiengemeinschaft Teutoburger Wald. „Deine Stimme, deine Kirche“ ist für ihn mehr als ein griffiger Slogan. Mit der Wahl habe vielmehr jedes einzelne Gemeindemitglied die Möglichkeit, sich zu beteiligen und mitzugestalten: „Was wünsche ich mir von dieser Kirche? Wie soll meine Gemeinde vor Ort verwaltet und gestaltet werden? Das kann ich durch gezielte Stimmabgabe zum Ausdruck bringen“, erklärt Wagner.

„Verwalten und Gestalten“ beschreibt auch die Arbeitsschwerpunkte der beiden Gremien, die neu zu besetzen sind: Der Kirchenvorstand ist zuständig für die finanziellen und verwaltungsmäßigen Aufgaben der Kirchengemeinde. Der Pfarrgemeinderat stellt die Weichen für ein lebendiges Gemeindeleben. Dabei stehe er, betont Pfarrer Reinhard Walterbach von der Pfarreiengemeinschaft Georgsmarienhütte-Ost, durchaus auch vor Fragen, auf die es keine leichte Antwort gebe.

Zukunft der Gemeinden

 „Die Räte gestalten die Zukunft unserer Gemeinde“, fasst Pfarrer Maik Stenzel von der Pfarreiengemeinschaft Bad Laer-Remsede die Aufgabenbereiche zusammen. „Und es ist wichtig, dass sie die Rückendeckung der Gemeinde haben.“ Die Bereitschaft zum ehrenamtlichen Engagement in Kirchenvorstand und Pfarrgemeinderat ist hoch in Bad Laer und Remsede: „Wir haben die gewünschte Zahl an Kandidaten sogar noch übertroffen“, berichtet Stenzel. "Das ist nicht selbstverständlich."

Das kann Stephan Höne, Pastor der Pfarreiengemeinschaft Glandorf-Schwege, bestätigen. In seinem Amtsbezirk gibt es genau so viele Kandidaten, wie Plätze in den Gremien. Dennoch hat auch er in den vorangegangenen Messen zur Wahl aufgerufen, um den Gewählten zu zeigen, dass sie von der Gemeinde getragen werden. Was Höne feststellt: In Glandorf kandidieren mehrheitlich Männer für die Kirchenvorstände, während sich für das Ehrenamt im Pfarrgemeinderat vor allem Frauen bewerben. Und er freut sich über die vielen jungen Kandidaten.

 


Die Kirche St. Peter und Paul im Oeseder Zentrum. Foto: Gert Westdörp


     

Dass viele junge Leute etwas in ihrer Kirchengemeinde bewirken möchten, darüber freut sich auch Maik Stenzel. Eine hohe Wahlbeteiligung wäre für alle, so der Pfarrer, ein Signal, dass ihre Gemeinde ihnen dieses Engagement zutraut. „Jeder ist wichtig“, hofft auch Pfarrer Reinhard Walterbach auf viele Stimmzettel in der Wahlurne. „Die Kandidaten nehmen das wahr. Es gibt ihnen Rückenwind für ihr Amt.“

Die Wahl selbst hält einige Neuerungen bereit. Wahlberechtigt sind weiterhin alle Gemeindemitglieder ab 16 Jahren. Doch um die Familien zu stärken, gilt erstmals ein Familienwahlrecht: Für jedes Kind unter 16 Jahren erhält jeder Elternteil jeweils eine halbe Stimme – kenntlich gemacht durch zusätzliche, andersfarbige Wahlbögen. Neu ist auch, dass die Zahl der zu wählenden Gremienmitglieder nicht mehr an die Größe der Gemeinde gebunden ist, sondern von dieser im Vorfeld selbst bestimmt werden konnte.

In einzelnen Gemeinden gibt es weitere Änderungen. So wählen die Kirchengemeinden der Pfarreiengemeinschaft Bad Laer-Remsede nach einem gemeinsamen nun wieder zwei getrennte Pfarrgemeinderäte. In Wellendorf wird, nachdem vor vier Jahren nur der Kirchenvorstand zur Wahl stand, nun ebenfalls wieder ein Pfarrgemeinderat gewählt. Und nach der Wahl? In einigen Gemeinden der Pfarreiengemeinschaft Georgsmarienhütte-Ost steht dann erstmal eine fröhliche Wahlparty an.


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