Ansteckende Boogie-Begeisterung Frank Muschalle Trio heizte im Jazz-Club ein

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Mitreißender Boogie und gefühlvoller Blues: das Frank Muschalle Trio präsentierte sie in einer ausgewogenen und ansteckenden Mischung. Foto: Petra RopersMitreißender Boogie und gefühlvoller Blues: das Frank Muschalle Trio präsentierte sie in einer ausgewogenen und ansteckenden Mischung. Foto: Petra Ropers

Dissen. Ein mitreißendes Wiedersehen und -hören mit dem Frank Muschalle Trio feierte der Jazz-Club Dissen-Bad Rothenfelde am Samstag.

Soundcheck? Fehlanzeige! Nach bahnbedingter Verspätung starteten Boogie- und Blues-Pianist Frank Muschalle und seine beiden Mitstreiter einfach durch. Locker, launig und mit ansteckender Lust an Boogie und Blues ließen sie im rappelvoll besetzten Club vom ersten Moment an den Funken der Musikbegeisterung überspringen. Aus weitem Umkreis waren ihre Fans angereist, um das Trio zu erleben.

Für die Musiker war es bereits der dritte Auftritt im alten Bahnhof. Eine spontane Feier bei freiem Eintritt mit nicht mehr als ein paar Paletten auf dem Boden anstelle einer Bühne bildete zum zehnjährigen Jubiläum des Clubs den Rahmen für ihr Debüt in Dissen. Seither hat sich das Trio zu einer europaweit gefeierten Formation entwickelt, die mit ihrer erfrischenden Musik ebenso begeistert wie mit ihrem kurzen, humorvollen Draht zum Publikum.

Legere Virtuosität am Klavier

Am Kontrabass gab diesmal Matthias Klüter den punktiert-rollenden Boogie-Rhythmus vor. Hinter dem Schlagzeug saß Dirk Engelmeyer – wenn er nicht gerade als Sänger von der Bühne herunterkam, um mit den Besuchern auf Tuchfühlung zu gehen. Pianist Frank Muschalle selbst entkleidete das Klavier erst einmal seiner Front, bevor er mit legerer Virtuosität in die Tasten griff. Dabei wechselten temperamentvolle Boogie-Klassiker - mal schnell, mal noch schneller intoniert – mit gefühlvollen Blues-Balladen.

„Wir lieben Schnulzen“, bekannte Muschalle augenzwinkernd, bevor Dirk Engelmeyer für Leroy Carrs „Blues before sunrise“ das Mikrofon in die Hand nahm. Genussvoll bluesig kam auch Lloyd Glenns „Blues Hangover“ daher. Doch das Frank Muschalle Trio kann auch ganz anders: Wenn der Pianist beim leidenschaftlichen Boogie-Woogie an den Tasten abgeht, der Kontrabassist bei einem kurzen, aber ansteckenden Solo zu Höchstform aufläuft und der Schlagzeuger den Jazzbesen umdreht, dann wippen im Publikum die Füße und die Finger können kaum stillhalten.

Begeisterter Zwischenapplaus

Kleine Neckereien unter den Musikern würzten das Programm, das zwischendurch einen Ausflug in die Anfangszeit des Boogie bereithielt. Der sei als „Arme-Leute-Musik“ gestartet, erklärte Muschalle. Denn die Boogie- und Blues-Pianisten waren einst die Alleinunterhalter ihrer Zeit. Einige Solotitel ermöglichten es dem Pianisten deshalb, seine ganze, ansteckende Virtuosität unter Beweis zu stellen.

Mit seiner Mischung aus langsamen und schnellen Titeln, aus mitreißender Musik und launiger Moderation traf das Frank Muschalle Trio im Jazz-Club einmal mehr voll ins Schwarze. Davon zeugte immer wieder der jubelnde Zwischenapplaus, der die beliebte Formation zu Höchstleistungen anspornte. Doch der Jazz-Club im Bahnhof ist bekannt für seine ausgewogene Mischung aus bekannten Bands und solchen, die zum ersten Mal in den stilvollen Räumlichkeiten aufspielen.

Und so dürfen sich die Musikfreunde im kommenden Monat auf neuen Sound freuen: Am Samstag, 17. November, heißt es mit Thomas L’Etienne’s New Orleans Ensemble und Bia Stutza Stutz: „New Orleans meets Rio“.


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