Maschinen und Zufahrt neu Homann investiert 40 Millionen Euro am Standort Dissen

Meine Nachrichten

Um das Thema Dissen Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Eine Stadt in der Stadt: Homann hat sich in über 140 Jahren aus einem innerstädtischen Standort heraus entwickelt. Deshalb soll jetzt auch in Lärm- und Emissionsschutz investiert werden. Foto: Jörn MartensEine Stadt in der Stadt: Homann hat sich in über 140 Jahren aus einem innerstädtischen Standort heraus entwickelt. Deshalb soll jetzt auch in Lärm- und Emissionsschutz investiert werden. Foto: Jörn Martens

Dissen. Iris heißt jetzt Siri. Projekt Iris, das stand im Konzern von Theo Müller für die Umstrukturierung und Umsiedlung von Homann ins sächsische Leppersdorf. Seit der Umzug vom Tisch ist und feststeht, dass die Standorte Dissen und Bad Essen bleiben, arbeitet die Geschäftsführung am Projekt Siri.

Im April war bekannt geworden, dass Homann sein Stammwerk Dissen, die Lintorfer Fabrik und zwei weitere Standorte behält und das Feinkostunternehmen nicht nach Leppersdorf verlagert. Nach Müllers Rolle rückwärts freute sich die ganze Region darüber, dass mehr als 1000 Arbeitsplätze erhalten bleiben sollten. Schon im April deutete sich aber an, dass Lintorf bei der Verteilung der 200 Millionen Euro in die alten Standorte bedeutend besser wegkommen würde als Dissen.

In Bad Essen will Homann die weltgrößte Dressingfabrik mit einer Jahresproduktion von 170.000 Tonnen und ein 40 Meter hohes Hochregallager bauen. Die Werkszufahrt wird an die B65 verlagert, das Betriebsgelände vergrößert. Dafür stehen 150 Millionen Euro zur Verfügung. (Weiterlesen: Investitionen am Homann-Standort Lintorf)

Wie der Stand für Dissen bei Siri ist, erfuhren die Homänner am Montag in einer Betriebsversammlung. 40 Millionen Euro will Müller demnach in das Dissener Werk stecken. "Das meiste Geld wird in behördliche Auflagen investiert, für die Luftreinhaltung und Lärmminderung", berichtet Betriebsrat Andreas Straede auf Anfrage unserer Redaktion. Die alte Raffinerie und die alte Ölabfüllung werden abgerissen.

Auch das Werk im Südkreis bekommt eine neue Zufahrt, die zwischen dem Butterturm und dem Tor I angelegt wird, dort, wo jetzt der Fabrikverkauf seine Parkplätze hat.

Personalmäßig sind wir "save"Andreas Straede


Bis 2021 soll die Dressingfabrik in Dissen bleiben, dann zieht sie um nach Lintorf. Hier steigt die Tonnage. Das bedeutet: Bad Essen braucht mehr Mitarbeiter. Die Dissener Dressing-Mitarbeiter sollen im Zuge eines Interessenausgleichs und Sozialplans Angebote für Bad Essen erhalten. "Personalmäßig sind wir 'save'", sagt Straede. (Weiterlesen: Wieder Schwund bei Homann: Operativer Geschäftsführer verlässt Dissen)

Die Salatfabrik in Dissen bleibt, der Betriebsrat hofft auf steigende Produktionsmengen. Dafür werde in neue Maschinen investiert.

Und die Stimmung nach dem langen Hin und Her? "Es ist relativ ruhig im Moment", erzählt Straede, die Produktion laufe normal. "Wir freuen uns alle über die Entwicklung, aber wir sind nach unseren Erfahrungen auch ein bisschen vorsichtig." Er sei zwar positiv gestimmt, könne aber auch die Kollegen verstehen, die sagen: Erstmal abwarten, was kommt.

Wir befinden uns in intensiven GesprächenUwe Hildebrand


Andreas Straede hofft auf jeden Fall, dass bald die ersten Bagger kommen. Im Frühjahr müsse es langsam losgehen, findet der Betriebsrat.

Die Gewerkschaft NGG verhandelt derzeit mit der Geschäftsführung über mögliche Betriebsvereinbarungen wie freiwillige Leistungen. "Wir befinden uns in intensiven Gesprächen an den einzelnen Standorten", mehr möchte Uwe Hildebrand, Chef der Gewerkschaft NGG für die Region Osnabrück, dazu aktuell nicht sagen.

Müller will sich auf Anfrage unserer Redaktion am Donnerstag zu seinen Plänen für Dissen äußern.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN